Die deutsche Möbelbranche befindet sich weiterhin in einer anhaltenden Schwächephase und steuert auf das dritte Krisenjahr in Folge zu. Nach Einschätzung von Branchenverbänden und Marktforschern bremsen vor allem Kaufzurückhaltung, steigende Kosten und strukturelle Veränderungen die Nachfrage nach langlebigen Konsumgütern deutlich. (Quelle: wiwo.de)
Möbelkäufe gelten als aufschiebbare Investitionen, weshalb Haushalte bei wirtschaftlicher Unsicherheit besonders hier sparen. Ein Drittel der Verbraucher hat in den vergangenen zwei Jahren weniger für Möbel ausgegeben, während rund ein Viertel überhaupt keine Anschaffungen tätigte. Gleichzeitig reagieren Kunden zunehmend preissensibel, sodass größere Investitionen häufig verschoben werden.
Ein wesentlicher Hintergrund ist die Marktsättigung nach der Pandemie. Während der Lockdowns hatten viele Haushalte ihre Wohnungen umfassend neu eingerichtet, sodass der Bedarf derzeit vielerorts gedeckt ist. Da Möbel in der Regel langfristig genutzt werden, führt dieser Vorzieheffekt zu einer verlängerten Nachfrageschwäche.
Zusätzlich verschärft der stockende Wohnungsbau die Lage. Weniger Neubauten und geringere Umzugszahlen bedeuten weniger klassische Kaufanlässe, da ein Wohnungswechsel einer der wichtigsten Gründe für neue Möbelanschaffungen ist. Gleichzeitig belasten gestiegene Zinsen und Baukosten die Baukonjunktur und damit indirekt auch den Möbelmarkt.
Der Wettbewerb hat sich ebenfalls intensiviert. Verstärkt importierte Möbel aus Asien sowie günstige Angebote von Discountern und Online-Marktplätzen setzen etablierte Anbieter unter Preisdruck, insbesondere im unteren Segment.
Die Folgen zeigen sich bereits in einer wachsenden Zahl von Insolvenzen und Filialschließungen innerhalb der Branche. Neben der schwachen Nachfrage wirken steigende Energie-, Material- und Personalkosten sowie regulatorische Anforderungen zusätzlich belastend.
Für 2026 erwarten viele Unternehmen weiterhin schwierige Rahmenbedingungen. Zahlreiche Betriebe planen kurzfristig Maßnahmen wie Kurzarbeit, um die schwache Nachfrage abzufedern. Eine spürbare Erholung wird frühestens in der zweiten Jahreshälfte in Aussicht gestellt, sofern sich Konsumklima und Bauaktivität stabilisieren.
SK