US-Präsident Donald Trump hat seine Investitionen in den iPhone-Konzern Apple massiv ausgeweitet – unmittelbar vor seiner China-Reise gemeinsam mit Apple-Chef Tim Cook. Das geht aus neuen Daten der US-Behörde für Regierungsethik hervor.
Demnach investierte Trump allein im 1. Quartal 2026 bis zu 7,2 Millionen US-Dollar in Apple. Der größte Einzelkauf soll Anfang Februar erfolgt sein und ein Volumen zwischen 1 und 5 Millionen Dollar gehabt haben. Ob es sich um direkte Aktienkäufe oder andere Finanzinstrumente handelt, bleibt laut den veröffentlichten Unterlagen unklar.
Die neuen Angaben sorgen auch deshalb für Aufmerksamkeit, weil Trump aktuell eng mit der US-Techbranche zusammenarbeitet. Bei seiner Reise nach China wurde er von mehreren Spitzenmanagern begleitet – darunter Apple-Chef Tim Cook, Nvidia-Chef Jensen Huang, Boeing-Chef Kelly Ortberg sowie Elon Musk.
Besonders bemerkenswert ist dabei die gegenseitige Abhängigkeit zwischen Trump und Apple. Der Konzern steht seit Monaten unter Druck wegen der amerikanisch-chinesischen Handelskonflikte. Apple produziert weiterhin große Teile seiner Hardware in China und versucht gleichzeitig, mehr Fertigung in die USA zu verlagern. Bereits 2025 hatte Apple Investitionen von zunächst 500 Milliarden US-Dollar in den Vereinigten Staaten angekündigt – später wurde das Paket sogar auf 600 Milliarden Dollar ausgeweitet.
Trump wiederum nutzt diese Investitionszusagen zunehmend als Beleg für seine industriepolitische Strategie. Der Präsident hatte Apple mehrfach öffentlich dafür gelobt, mehr Produktion und Lieferketten in die USA zurückzuholen. Gleichzeitig hatte er den Konzern wegen Produktionsverlagerungen nach Indien scharf kritisiert.
Die neuen Finanztransaktionen werfen deshalb erneut Fragen nach möglichen Interessenkonflikten auf. Laut Welt meldete Trump allein in den ersten drei Monaten des Jahres mehr als 2.300 Finanztransaktionen – darunter auch Geschäfte mit Nvidia, Amazon, Microsoft, Meta und Boeing.
Kritiker sehen darin ein wachsendes Problem, weil wirtschaftspolitische Entscheidungen des Präsidenten direkten Einfluss auf die betroffenen Unternehmen und deren Börsenbewertungen haben können. Besonders heikel wird dies im Verhältnis zu China, da Exportbeschränkungen, Zölle oder Technologiepolitik unmittelbare Auswirkungen auf Konzerne wie Apple oder Nvidia haben.
Gleichzeitig zeigt die Entwicklung, wie eng Politik und Technologiebranche in den USA inzwischen miteinander verflochten sind. Während frühere Präsidenten meist größere Distanz zu Einzelunternehmen wahrten, tritt Trump zunehmend als aktiver wirtschaftspolitischer Akteur auf, der Industriepolitik, Börsenstimmung und persönliche Markenbildung eng miteinander verbindet.
Die Debatte reicht damit weit über einzelne Aktienkäufe hinaus. Sie berührt die grundsätzliche Frage, wie transparent politische Macht und private Finanzinteressen in den USA künftig voneinander getrennt werden können.
SK