Börse

Nach schwachem Vorjahr zeichnet sich in Deutschland eine vorsichtige Belebung des IPO-Marktes ab

Mehr Börsengänge in Deutschland erwartet

2 Min.

19.01.2026

 

Nach einem äußerst verhaltenen Börsenjahr in Deutschland könnte sich der Markt für Börsengänge (IPOs) im laufenden Jahr allmählich beleben. Im vergangenen Jahr wagten lediglich sieben Unternehmen den Schritt an die Frankfurter Börse, obwohl weltweit rund 1 260 Unternehmen ihr Aktiendebüt feierten. Für das laufende Jahr rechnen Marktbeobachter mit einer moderaten Zunahme, nachdem sich erste Kandidaten öffentlich positioniert haben.

Die Rahmenbedingungen gelten als vergleichsweise günstig. Steigende Aktienkurse, gesunkene Zinsen und eine aufgestaute Pipeline potenzieller Börsenkandidaten sprechen laut Einschätzung von Martin Steinbach von der Beratungsgesellschaft EY für eine höhere IPO-Bereitschaft. Viele Unternehmen seien länger privat geblieben und könnten nun entscheiden, dass der Zeitpunkt für einen Börsengang gekommen sei.

Gleichzeitig bleibt die Skepsis gegenüber Börsengängen hoch. Im vergangenen Jahr hatten mehrere Unternehmen geplante IPOs kurzfristig abgesagt, darunter Stada, Brainlab und Autodoc. Gründe sind unter anderem die erhöhte Transparenzpflicht, die Offenlegung von Finanzzahlen sowie die Zurückhaltung vieler Investoren. Nach Einschätzung von Oliver Roth vom Bankhaus Oddo BHF fehlt es insbesondere in Europa an Risikokapital für mittelgroße börsennotierte Unternehmen, da geringe Handelsvolumina den späteren Ausstieg erschweren.

Dennoch kündigen sich erste Eisbrecher an. Der österreichische Energietechnik-Zulieferer Asta Energy Solutions plant einen Börsengang bis Ende März. Die Krypto-Handelsplattform Bitpanda strebt Berichten zufolge einen IPO im ersten Halbjahr an. Zudem gilt TK Elevator, die frühere Aufzugsparte von Thyssenkrupp, als potenzieller Kandidat für einen der größten Börsengänge in Europa in diesem Jahr.

Inhaltlich dürfte der Fokus stark auf Technologie-Themen liegen. Besonders gefragt sind Geschäftsmodelle rund um Künstliche Intelligenz, aber auch angrenzende Zukunftsbranchen, in denen KI als integraler Bestandteil eingesetzt wird. Diese Modelle gelten als wachstumsstark und ziehen insbesondere spezialisierte Tech-Investoren an. Große Technologiekonzerne dürften allerdings weiterhin eher New York als Börsenplatz bevorzugen, wie geplante IPOs von SpaceX und OpenAI zeigen.

SK

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