Börse

Schockreaktion der Märkte erwartet — Vorbörslich tiefrot

Nahost-Eskalation löst Flucht aus Risikoanlagen aus

Nach den Angriffen auf den Iran droht dem DAX ein massiver Kurseinbruch von bis zu 600 Punkten. Steigende Ölpreise und geopolitische Unsicherheit belasten die Märkte. Anleger ziehen Kapital aus Risikoanlagen ab.

2 Min.

02.03.2026

Der deutsche Leitindex DAX steht nach den Angriffen auf den Iran vor einem massiven Kurseinbruch. Marktanalysen gehen von einem Minus von rund 600 Punkten aus, was einem Verlust von deutlich über 2 Prozent entspricht. Bereits vor Handelsbeginn zeigen Indikationen einen starken Rückgang, ausgelöst durch die geopolitische Eskalation und die sprunghaft gestiegenen Energiepreise.

Besonders belastend wirkt der drastische Anstieg des Ölpreises, der als unmittelbare Folge der militärischen Ereignisse interpretiert wird. Höhere Energiekosten treffen die exportorientierte deutsche Wirtschaft besonders stark, da Produktion, Transport und Industrieprozesse davon abhängig sind. Gleichzeitig erhöht sich die Sorge vor einer möglichen Störung der Straße von Hormus, einem zentralen Transportweg für Öl und Gas.

Die negative Marktreaktion folgt einem bekannten Muster: In Zeiten geopolitischer Unsicherheit reduzieren Investoren riskante Engagements und schichten Kapital in vermeintlich sichere Anlagen um. Aktienindizes reagieren deshalb häufig zuerst und am stärksten auf militärische Konflikte. Parallel geraten auch andere internationale Indizes unter Druck, was den globalen Charakter der Krise unterstreicht.

Technisch betrachtet kommt der Einbruch zudem zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Der DAX hatte zuvor Anzeichen einer Topbildung gezeigt und war damit anfällig für eine stärkere Korrektur. Die aktuelle Entwicklung wirkt wie ein externer Auslöser, der diese Schwäche verstärkt und eine abrupt beschleunigte Abwärtsbewegung auslöst.

Ob es bei einem einmaligen Schock bleibt oder sich daraus ein längerfristiger Abwärtstrend entwickelt, hängt entscheidend von der weiteren geopolitischen Lage ab. Eine schnelle Deeskalation könnte eine Stabilisierung ermöglichen, während eine Ausweitung des Konflikts weitere Verluste nach sich ziehen dürfte.

SK

Nach oben