Die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo erweisen sich nicht nur als sportliches Großereignis, sondern auch als bedeutender Wirtschaftsfaktor. Schätzungen zufolge könnte das Event einen Gesamteffekt von rund 5,3 Milliarden Euro für Italien erzeugen, insbesondere durch Tourismus, Bauprojekte und internationale Aufmerksamkeit.
Zu den größten Gewinnern zählt die Hotel- und Tourismusbranche. Trotz stark gestiegener Preise — teils im vierstelligen Bereich pro Nacht — sind viele Unterkünfte ausgebucht. Die enorme Nachfrage macht deutlich, wie stark Großereignisse kurzfristig die regionale Wirtschaft ankurbeln können.
Ein erheblicher Teil der Investitionen floss in Infrastruktur, Sportstätten und Verkehrsanbindungen. Insgesamt belaufen sich die Kosten der Spiele auf rund 5 – 6 Milliarden Euro, wobei Italien langfristig auf positive wirtschaftliche Effekte setzt. Neue Anlagen, Verkehrsprojekte und internationale Sichtbarkeit sollen die Wettbewerbsfähigkeit der Region über das Event hinaus stärken.
Gleichzeitig werden auch kritische Stimmen laut. Hohe Baukosten, Umweltbelastungen und die Gefahr ungenutzter Anlagen nach den Spielen — sogenannte „Geisterarenen“ — gehören zu den wiederkehrenden Risiken großer Sportveranstaltungen. Zudem könnten extreme Preissteigerungen normale Touristen verdrängen und soziale Spannungen verstärken.
Die Winterspiele finden dezentral an mehreren Orten in Norditalien statt, darunter Mailand, Cortina d’Ampezzo, Verona und weitere alpine Regionen. Diese Struktur soll möglichst viele Wirtschaftszweige einbinden — von Mode und Kultur bis zum alpinen Tourismus — und das Land als vielseitige Destination präsentieren.
Insgesamt zeigen die Spiele exemplarisch die Doppelrolle olympischer Großevents: Sie sind zugleich Wachstumsmotor, Prestigeprojekt und finanzielles Risiko. Ob der langfristige Nutzen die hohen Investitionen rechtfertigt, wird sich erst in den Jahren nach dem Event entscheiden.
SK
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