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Epstein-Dokumente belasten Deutsche Bank erneut

Interne Hinweise auf Missbrauchsvorwürfe stoppten Geschäftsbeziehung nicht

Neue Dokumente zeigen, dass die Deutsche Bank ihre Geschäftsbeziehung zu Jeffrey Epstein trotz bekannter Vorwürfe ausbaute. Interne Kontrollen stehen erneut im Fokus.

2 Min.

12.02.2026

Der Fall des US-Finanziers Jeffrey Epstein belastet die Deutsche Bank erneut. Neue Dokumente zeigen, dass das Geldhaus seine Geschäftsbeziehung zu Epstein ausbaute, obwohl Mitarbeitern bereits Hinweise auf Missbrauchsvorwürfe gegen ihn vorlagen. Interne Unterlagen deuten darauf hin, dass die Bank aktiv versuchte, die Zusammenarbeit zu vertiefen, obwohl bereits zahlreiche Frauen Anschuldigungen erhoben hatten.

Den Dokumenten zufolge lagen dem Institut Informationen über Vorwürfe von mindestens 40 Frauen vor. Dennoch bemühte sich die Bank demnach um weitere Geschäftsaktivitäten mit Epstein, der über Jahre hinweg Kunde des Instituts war und erhebliche Vermögenswerte dort verwaltete.

Die neuen Erkenntnisse stehen im Zusammenhang mit umfangreichen Veröffentlichungen von Ermittlungsakten in den USA. Diese umfassen Millionen Dokumente zu den finanziellen und persönlichen Netzwerken Epsteins sowie zu möglichen Versäumnissen von Geschäftspartnern und Institutionen.

Die Geschäftsbeziehung zwischen der Deutschen Bank und Epstein reicht bis ins Jahr 2013 zurück, nachdem andere Finanzinstitute ihre Zusammenarbeit beendet hatten. In der Vergangenheit wurde das Institut bereits wegen Versäumnissen bei der Überwachung verdächtiger Transaktionen kritisiert und musste im Zusammenhang mit dem Fall eine hohe Geldstrafe zahlen.

Neue Dokumente zeigen zudem, dass die Bank ihre Zusammenarbeit erst vollständig beendete, nachdem Epstein 2019 festgenommen worden war. Selbst nach angekündigten Kontoschließungen wurden demnach weiterhin Finanzdienstleistungen erbracht, was erneut Fragen zur internen Kontrolle und Risikobewertung aufwirft.

Die Deutsche Bank hatte bereits früher Fehler im Umgang mit Epstein eingeräumt und auf verschärfte Compliance-Maßnahmen verwiesen. Mit den jüngsten Enthüllungen wächst jedoch der Druck auf das Institut, seine damaligen Entscheidungen und internen Kontrollmechanismen erneut zu erklären.

SK

SK

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