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McKinsey-Studie: Europa braucht jährlich rund 1,2 Billionen Euro Investitionen

Europa droht Wachstumsflaute und gegenüber USA und China weiter zurückzufallen

2 Min.

22.01.2026

Europa steht nach Einschätzung der Unternehmensberatung McKinsey & Company vor einer erheblichen Investitionslücke, die das Wachstumspotenzial des Kontinents gefährdet. Eine aktuelle Analyse, die beim Weltwirtschaftsforum in Davos vorgestellt wurde, kommt zu dem Ergebnis, dass Europa über die kommenden fünf Jahre jährlich rund 1,2 Billionen Euro an öffentlichen und privaten Investitionen benötigt, um wirtschaftlich aufzuholen. Diese Summe liegt etwa 50 Prozent über früheren Schätzungen, etwa des Draghi-Berichts von 2024, der einen jährlichen Bedarf von 800 Milliarden Euro nannte.

Als eine der Ursachen nennt McKinsey unter anderem steigende Rüstungsausgaben, die öffentliche Haushalte belasten, sowie relativ geringe Investitionen in digitale Technologien und Fertigungsindustrie im Vergleich zu den USA und China. So hätten US-Unternehmen in den vergangenen fünf Jahren rund 2 Billionen Euro mehr in digitale Technologien investiert als europäische Unternehmen, und China investiere dreimal so viel in traditionelle Industrieanlagen wie Europa.

Die Analyse zeigt zudem, dass das Produktivitätswachstum in Europa stark auf wenige besonders erfolgreiche Unternehmen konzentriert sei. In Deutschland beispielsweise hätten 13 herausragende Firmen zwischen 2011 und 2019 rund zwei Drittel des Produktivitätswachstums getragen. In den USA seien es hingegen deutlich mehr Unternehmen gewesen, die diese Rolle übernahmen.

SK

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