Mehr als ein Viertel der Haushalte in Deutschland hat derzeit keinerlei finanzielle Rücklagen. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos im Auftrag der Direktbank ING. Demnach verfügen rund 27 Prozent der Haushalte über keine Ersparnisse. Im Jahr zuvor lag dieser Anteil noch bei etwa 23,5 Prozent.
Als wichtigste Gründe nennen Betroffene vor allem zu geringe Einkommen und steigende Lebenshaltungskosten. Fast die Hälfte der Haushalte ohne Rücklagen gibt an, dass ihr Einkommen nicht ausreiche, um Geld zur Seite zu legen. Weitere 22 Prozent berichten, dass gestiegene Preise ihre früheren Ersparnisse aufgezehrt hätten.
Die Entwicklung fällt in eine Zeit, in der das Gesamtvermögen der privaten Haushalte in Deutschland gleichzeitig Rekordhöhen erreicht. Nach Angaben der Bundesbank lag das Geldvermögen zuletzt bei rund 9,4 Billionen Euro. Dennoch ist dieses Vermögen sehr ungleich verteilt: Ein großer Teil entfällt auf die wohlhabendsten Haushalte, während viele Menschen kaum Rücklagen bilden können.
Die Studie zeigt zudem, dass finanzielle Sorgen bei vielen Menschen zunehmen. Rund 17,9 Prozent der Befragten geben an, nachts wegen Geldproblemen wach zu liegen. Mehr als ein Drittel glaubt zudem, sich wichtige Lebensziele wie den Kauf einer Immobilie oder eine ausreichende Altersvorsorge kaum leisten zu können.
Ökonomen sehen darin ein Zeichen für eine wachsende Kluft zwischen steigenden Vermögenswerten und der finanziellen Realität vieler Haushalte. Während auf der einen Seite Vermögensbestände wachsen, bleibt für einen erheblichen Teil der Bevölkerung immer weniger Spielraum, um eigene Rücklagen aufzubauen.
SK
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