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Online-Werbung wird zum neuen Einfallstor für Cyberangriffe

Sicherheitsanalysen warnen vor steigender Malware-Verbreitung über automatisierte Werbesysteme

Online-Werbung entwickelt sich zunehmend zum Einfallstor für Cyberangriffe. Sicherheitsanalysen zeigen, dass Malware immer häufiger über automatisierte Werbenetzwerke verbreitet wird.

2 Min.

06.03.2026

Online-Werbung entwickelt sich zunehmend zu einem neuen Einfallstor für Cyberkriminalität. Sicherheitsanalysen zeigen, dass digitale Werbenetzwerke immer häufiger zur Verbreitung von Malware und Phishing genutzt werden. Besonders automatisierte Werbesysteme – sogenanntes Programmatic Advertising – geraten dabei in den Fokus der IT-Sicherheitsforscher.

Laut einer Analyse des Sicherheitsunternehmens The Media Trust wurden mehr als 60 % der beobachteten Malware- und Phishingkampagnen im Jahr 2025 über Onlineanzeigen verbreitet. Damit hat dieser Verbreitungsweg erstmals klassische Methoden wie E-Mail-Phishing überholt. Gleichzeitig stieg die Zahl der über Werbenetzwerke verbreiteten Schadprogramme im Vergleich zum Vorjahr um 45 Prozent.

Programmatic Advertising beschreibt den automatisierten Kauf und die Ausspielung von Werbeflächen über datenbasierte Systeme. Anzeigen werden dabei in Echtzeit anhand von Nutzerprofilen und Algorithmen ausgespielt. Nach Branchenangaben werden inzwischen fast 80 Prozent aller digitalen Werbemittel auf diesem Weg ausgeliefert.

Cyber Security Report sieht strukturelle Bedrohung

Die zunehmende Nutzung digitaler Werbenetzwerke als Angriffsvektor passt in eine breitere Entwicklung, die auch der Cyber Security Report 2026 der Schwarz-Gruppe beschreibt. Der Bericht sieht den Cyberraum inzwischen als ein dauerhaftes Konfliktfeld, in dem kriminelle und staatliche Akteure gezielt wirtschaftliche Strukturen angreifen.

Cyberattacken treffen dabei längst nicht mehr nur IT-Systeme einzelner Unternehmen. Sie können Lieferketten, kritische Infrastruktur und ganze Wirtschaftsräume destabilisieren. Der Report betont, dass Cybersecurity deshalb zunehmend zu einer strategischen Managementaufgabe wird – nicht mehr nur zu einer technischen IT-Frage.

Automatisierte Systeme erhöhen Angriffsfläche

Gerade automatisierte Werbeplattformen bieten Cyberkriminellen neue Möglichkeiten. Schadcode kann über scheinbar harmlose Anzeigen in Webseiten eingebettet werden und sich anschließend auf Endgeräte oder Unternehmensnetzwerke ausbreiten.

Die Kombination aus hochautomatisierten Werbesystemen, globalen Plattformen und immer komplexeren digitalen Lieferketten erhöht damit die Angriffsfläche im Internet deutlich.

Digitale Sicherheit wird zur Standortfrage

Für Unternehmen bedeutet diese Entwicklung eine neue Herausforderung. Während digitale Werbung für viele Geschäftsmodelle unverzichtbar ist, steigt gleichzeitig das Risiko, dass Werbenetzwerke selbst Teil einer Cyberangriffskette werden.

Sicherheitsanalysen und Branchenberichte sehen daher eine wachsende Notwendigkeit, digitale Infrastruktur, Lieferketten und Plattformökosysteme stärker gegen Manipulation und Schadsoftware abzusichern.

SK

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