In Deutschland wird der gesetzliche Mindestlohn ab dem 1. Januar 2026 deutlich erhöht: Die Lohnuntergrenze steigt von derzeit 12,82 Euro auf 13,90 Euro brutto pro Stunde – ein Plus von rund 8,4 Prozent, das mehrere Millionen Beschäftigte direkt spüren werden. Gleichzeitig ist bereits eine weitere Anhebung auf 14,60 Euro zum 1. Januar 2027 geplant, wie die Mindestlohnkommission einstimmig beschlossen hat.
Mehr Geld für Millionen – positive Effekte erwartet
Die Erhöhung wird vor allem Niedrigverdienern zugutekommen: Rund sechs Millionen Beschäftigte, insbesondere im Einzelhandel, der Gastronomie und der Logistik, erhalten künftig mehr Stundenlohn und damit ein spürbar höheres Monatseinkommen. Dadurch soll nicht nur die Kaufkraft gestärkt, sondern auch die Binnennachfrage stabilisiert werden, was Konjunktur und Konsum beflügeln könnte.
Gewerkschaften sehen in dem Schritt einen wichtigen Fortschritt für soziale Gerechtigkeit. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) betont, dass die Anhebung besonders Frauen und Beschäftigte in Ostdeutschland zugutekommt, weil diese Gruppen überproportional häufig in Mindestlohnjobs beschäftigt sind. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass Tarifverträge langfristig höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen sichern – der Mindestlohn allein reiche dafür nicht aus.
Unternehmen und Politik: gemischte Reaktionen
Aus Arbeitgeberkreisen und bei manchen Ökonomen gibt es verhaltene Kritik: Höhere Mindestlöhne führten zu steigenden Personalkosten, was vor allem kleine und mittlere Unternehmen vor Herausforderungen stellen könne. Allerdings zeigen frühere Anpassungen, dass sich viele Betriebe an steigende Lohnkosten angepasst haben, ohne dass es zu massiven Beschäftigungsverlusten kam.
Politisch war die Erhöhung Teil eines schwierigen Verhandlungspakts zwischen Gewerkschaften, Arbeitgeberverbänden und der Mindestlohnkommission, einem unabhängigen Gremium aus Vertretern von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Wissenschaftlern. Die Zustimmung zu den Stufenplänen macht sie zu einer der größten Mindestlohnerhöhungen in der Geschichte des deutschen Mindestlohns.
Ausblick: Nächste Stufe 2027
Mit Blick auf 2027 steht bereits die nächste Erhöhung auf dem Plan: Dann soll der Mindestlohn auf 14,60 Euro pro Stunde steigen, ein weiterer Schritt zur Angleichung der Lohnuntergrenze an die Lebenshaltungskosten und die europäischen Medianlöhne.
SK