Die geplante nächste Generation der Sony-Spielkonsole könnte deutlich später erscheinen als erwartet. Branchenberichten zufolge erwägt der Konzern, den Marktstart der PlayStation 6 auf 2028 oder sogar 2029 zu verschieben. Hauptursache ist eine weltweite Knappheit an Speicherchips, insbesondere Arbeitsspeicher (RAM) und Flash-Speicher.
Auslöser dieser Entwicklung ist vor allem der rasante Ausbau von KI-Rechenzentren. Große Technologiekonzerne sichern sich enorme Mengen an DRAM-Speicher, um leistungsstarke Server für künstliche Intelligenz zu betreiben. Dadurch steigen die Preise stark an, während verfügbare Produktionskapazitäten für Konsumgüter sinken.
Die Situation wird teils drastisch als »RAMageddon« bezeichnet. Speicherchips verteuern sich erheblich, was nahezu alle Elektronikprodukte betrifft — von Smartphones über PCs bis hin zu Spielkonsolen. Selbst bereits angekündigte Geräte könnten deshalb teurer werden oder verspätet erscheinen.
Für Sony ergibt sich ein strategisches Dilemma: Würde die Konsole wie ursprünglich geplant erscheinen, könnten die hohen Komponentenpreise zu einem außergewöhnlich hohen Verkaufspreis führen oder zu Verlusten pro Gerät. Eine Verschiebung soll Zeit gewinnen, bis neue Produktionskapazitäten aufgebaut sind und sich der Markt stabilisiert.
Eine Verzögerung hätte weitreichende Folgen für die gesamte Branche. Publisher und Entwickler orientieren ihre Veröffentlichungspläne traditionell am Start neuer Konsolengenerationen. Gleichzeitig könnte sich die Lebensdauer der aktuellen PlayStation 5 deutlich verlängern, was für bestehende Hardware zwar Stabilität bringt, aber Innovationen verlangsamt.
Auch andere Hersteller stehen unter Druck. Nintendo prüft Berichten zufolge Preissteigerungen für kommende Geräte, während Microsoft ebenfalls von steigenden Speicherpreisen betroffen sein dürfte. Die Knappheit betrifft somit die gesamte Unterhaltungselektronik.
Insgesamt zeigt die Entwicklung, wie stark der KI-Boom globale Hardwaremärkte verändert. Arbeitsspeicher wird zunehmend zu einer strategischen Ressource — mit direkten Auswirkungen auf Preise, Produktzyklen und technologische Innovation im Consumer-Bereich.
SK
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