Die deutsche Industrie zeigt im November 2025 ein unerwartet kräftiges Auftragsplus und meldet damit das stärkste Wachstum seit Ende 2024, wie aktuelle Zahlen aus Wiesbaden belegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stieg der saison- und kalenderbereinigte Auftragseingang im Vergleich zum Vormonat um fünf Komma sechs Prozent, nachdem Experten zuvor sogar mit einem Rückgang gerechnet hatten. Der Zuwachs markiert bereits den dritten monatlichen Anstieg in Folge und deutet auf eine vorübergehende Stabilisierung der industriellen Nachfrage hin. »Die deutschen Industrieunternehmen haben unerwartet deutlich mehr Aufträge erhalten«, berichtete Reuters über die Daten aus Wiesbaden.
Die Entwicklung wurde von einer Reihe großer Einzelaufträge getragen, insbesondere in der Metallverarbeitung, im Transportsektor sowie im sonstigen Fahrzeugbau. Ohne diese Großaufträge fiel das Plus zwar deutlich moderater aus, blieb aber mit rund null Komma sieben Prozent ebenfalls im positiven Bereich. Die Inlandsnachfrage zeigte mit einem Anstieg von sechs Komma fünf Prozent eine solide Dynamik, während die Nachfrage aus dem Euroraum um acht Komma zwei Prozent zulegte.
Trotz der positiven Novemberdaten bleibt die Bewertung der konjunkturellen Lage komplex. Frühere Wirtschaftsdaten zeigen, dass der deutsche Produktionssektor im Jahresendquartal mit strukturellen Schwächen kämpfte, und der Einkaufsmanagerindex deutete auf eine anhaltende konjunkturelle Schwäche hin. Zugleich könnte der jüngste Auftragsanstieg, insbesondere durch temporäre Großaufträge, noch kein dauerhaftes Wachstumsniveau widerspiegeln. Analysehäuser und Branchenvertreter betonen, dass die deutsche Export- und Investitionsnachfrage weiterhin volatil bleibt, auch wenn einzelne Monatswerte wie im November positive Impulse zeigen.
SK