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Washington erlaubt temporär Verkauf von russischem Öl

Maßnahme reagiert auf steigende Energiepreise und Marktverwerfungen

Die USA lockern vorübergehend Sanktionen gegen russisches Öl. Eine neue 30-Tage-Lizenz erlaubt den Verkauf von Rohöl, das bereits auf Tankern verladen wurde. Ziel ist es, die globalen Energiemärkte zu stabilisieren.

2 Min.

13.03.2026

Die Vereinigten Staaten haben eine neue Russland-bezogene Sonderlizenz für Ölgeschäfte erteilt, um Spannungen auf den globalen Energiemärkten zu entschärfen. Das US-Finanzministerium erlaubte mit einer sogenannten „General License“ für einen Zeitraum von 30 Tagen den Verkauf von russischem Rohöl und Ölprodukten, die sich bereits auf Tankschiffen befinden.

Die Maßnahme betrifft vor allem Lieferungen, die bereits vor Inkrafttreten neuer Sanktionen verladen wurden und derzeit auf See festliegen. Schätzungen zufolge befinden sich rund 120 bis 124 Millionen Barrel russisches Rohöl auf Tankern, die durch Sanktionen oder geopolitische Spannungen bislang nicht verkauft werden konnten.

Mit der befristeten Ausnahme reagiert Washington auf Turbulenzen am Energiemarkt. Der Krieg mit dem Iran sowie Störungen wichtiger Transportwege im Nahen Osten haben zuletzt die Versorgungslage verschärft und die Ölpreise deutlich steigen lassen.

Die US-Regierung betont, dass es sich um eine begrenzte Übergangsmaßnahme handelt, um einen abrupten Angebotsrückgang zu vermeiden. Gleichzeitig bleiben die Sanktionen gegen den russischen Energiesektor grundsätzlich bestehen, die nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine eingeführt worden waren.

Kritiker sehen in der Entscheidung jedoch eine politische Gratwanderung. Einerseits sollen steigende Energiepreise gedämpft werden, andererseits könnte die temporäre Lockerung der Sanktionen zusätzliche Einnahmen für Russland ermöglichen.

An den Rohstoffmärkten reagierten die Preise zunächst nur begrenzt. Trotz der Lockerung bleiben Händler angesichts der geopolitischen Risiken vorsichtig, da die Versorgungslage weiterhin stark von Entwicklungen im Nahen Osten abhängt.

SK

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