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Studie des IfW Kiel: 96 Prozent der Zolllast tragen Importeure und Konsumenten im Inland

US-Strafzölle belasten heimische Wirtschaft stärker als ausländische Exporteure

2 Min.

20.01.2026

Die jüngste Analyse des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW Kiel) zeigt, dass die von der US-Regierung verhängten Strafzölle in der Praxis überwiegend die eigene Volkswirtschaft belasten und nicht die ausländischen Exporteure, wie häufig von der US-Regierung behauptet wird. Demnach tragen rund 96 Prozent der Kosten von Zöllen auf importierte Waren letztlich US-Importeure und Verbraucher, während ausländische Lieferanten nur etwa vier Prozent der Last schultern.

Die Untersuchung basiert auf der Analyse von über 25 Millionen Lieferdatensätzen im Wert von nahezu vier Billionen US-Dollar und zeigt, dass erhöhte Zollabgaben die Preise für importierte Güter spürbar nach oben treiben. Gleichzeitig sinkt das Handelsvolumen deutlich, weil ausländische Exporteure ihre Liefermengen reduzieren, statt ihre Preise zu senken. Damit wirken Zölle laut Studie eher wie eine Konsumsteuer im Inland, die die Auswahl und Menge verfügbarer Produkte vermindert.

Nach Einschätzung der Forscher führen höhere Zölle langfristig zu sinkenden Margen für US-Unternehmen sowie zu höheren Belastungen für private Haushalte, die importierte Waren konsumieren. Trotz signifikanter Zolleinnahmen stiegen die US-Einnahmen aus Zollabgaben im Jahr 2025 um rund 200 Milliarden US-Dollar, ohne dass dies zu einem Ausgleich der wirtschaftlichen Nachteile führte.

Die Ergebnisse gelten als Gegenargument zur offiziellen Linie der US-Regierung, die häufig darauf verweist, dass ausländische Produzenten die Kosten tragen würden. Stattdessen zeigt die Analyse, dass der Großteil der finanziellen Belastung beim Inlandskonsum und bei inländischen Unternehmen bleibt, weil höhere Importpreise direkt an Endverbraucher weitergegeben werden.

Die Studie erscheint vor dem Hintergrund anhaltender handelspolitischer Spannungen zwischen den USA und mehreren Partnern, darunter auch europäischen Staaten, die mit möglichen neuen Zöllen konfrontiert sind. Angesichts dieser Daten warnen Ökonomen davor, protektionistische Maßnahmen ohne Berücksichtigung ihrer Wirtschafts- und Konsumwirkungen einzuführen.

SK

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