Nachrichten

Höchststand: Fast 5.000 Handwerksbetriebe insolvent

Energiepreise, Materialkosten und Löhne setzen kleinen Betrieben stark zu

Alarmzeichen im Mittelstand: Fast 5.000 Handwerksbetriebe mussten 2025 Insolvenz anmelden. So viele Pleiten gab es seit mehr als zehn Jahren nicht mehr.

2 Min.

06.03.2026

Die wirtschaftliche Lage im deutschen Handwerk hat sich deutlich verschlechtert. Im Jahr 2025 meldeten insgesamt 4.950 Handwerksbetriebe Insolvenz – so viele wie seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Anstieg um 13,3 Prozent, wie die Wirtschaftsauskunftei Creditreform berichtet.

Besonders stark betroffen sind kleinere und mittlere Betriebe, die im Handwerk den Großteil der Unternehmen ausmachen. Viele verfügen über vergleichsweise geringe finanzielle Rücklagen und reagieren daher besonders empfindlich auf steigende Kosten und schwankende Nachfrage.

Kostensteigerungen setzen Betriebe unter Druck

Als wichtigste Ursachen nennen Experten die deutlich gestiegenen Energie-, Material- und Personalkosten. Diese Belastungen haben in vielen Betrieben die Liquidität stark eingeschränkt. Ohne ausreichende finanzielle Reserven geraten Unternehmen schneller in wirtschaftliche Schwierigkeiten.

Zusätzlich belastet eine schwächere Konjunktur die Branche. Eine verhaltene Investitionsbereitschaft von Unternehmen und privaten Haushalten sowie die schwache Baukonjunktur haben in vielen Gewerken zu rückläufigen Aufträgen geführt.

Bau- und Kfz-Handwerk besonders betroffen

Innerhalb der Branche zeigen sich deutliche Unterschiede. Besonders stark stiegen die Insolvenzen im Kfz-Handwerk, während auch Bau- und Ausbaugewerke unter der schwachen Baukonjunktur leiden. Die Kombination aus sinkenden Aufträgen und steigenden Kosten erhöht die Insolvenzgefahr erheblich.

Erste Hoffnung für 2026

Trotz der schwierigen Lage erwarten einige Betriebe eine leichte Stabilisierung. Laut Creditreform rechnen 27 Prozent der Handwerksunternehmen für 2026 mit steigenden Umsätzen, während rund 18 Prozent weiterhin Rückgänge erwarten. Vor allem im Bau- und Ausbauhandwerk zeigt sich vorsichtiger Optimismus.

Die aktuellen Zahlen zeigen jedoch, wie stark das Handwerk als zentraler Teil des deutschen Mittelstands unter den wirtschaftlichen Belastungen der vergangenen Jahre steht.

SK

Das könnte Sie auch interessieren:

Nach oben