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Bosch schließt Werk in Waiblingen — 560 Arbeitsplätze fallen weg

Rückgang im Autozuliefergeschäft zwingt Konzern zum Produktionsstopp bis 2028

Die Bundesregierung analysiert, in welchen Bereichen die USA auf Deutschland und Europa angewiesen sind. Ziel ist mehr Handlungsspielraum in geopolitischen Konflikten.

2 Min.

24.02.2026

Der Technologiekonzern Bosch stellt die Produktion von Verbindungstechnik für die Automobilindustrie am Standort Waiblingen (Baden-Württemberg) bis spätestens 2028 ein. Rund 560 Beschäftigte sind von der Schließung betroffen. Ein Sozialplan und ein Interessenausgleich mit dem Betriebsrat wurden bereits vereinbart.

Etwa 220 Mitarbeiter sollen Angebote für andere Bosch-Standorte erhalten. Für die übrigen Beschäftigten sind Maßnahmen wie Altersteilzeit, Vorruhestand, Qualifizierung oder freiwillige Abfindungen vorgesehen, um betriebsbedingte Kündigungen möglichst zu vermeiden.

Als Hauptgrund nennt Bosch einen massiven Einbruch im Markt für Verbindungstechnik-Produkte, der in Europa in den vergangenen acht Jahren um etwa die Hälfte geschrumpft ist. Auch künftig wird mit weiteren Rückgängen gerechnet. Gleichzeitig sind Produktionsvolumen und Beschäftigtenzahl in Waiblingen bereits seit Jahren rückläufig.

Der Bereich gehört zur Mobilitätssparte des Konzerns, die derzeit besonders stark unter Druck steht. Der Übergang zur Elektromobilität, schwache Nachfrage und intensiver Wettbewerb verändern das klassische Zuliefergeschäft grundlegend.

Die Schließung ist Teil eines umfassenden Restrukturierungsprogramms. Bosch hatte zuvor angekündigt, weltweit Tausende Stellen abzubauen, insbesondere im traditionellen Automobilgeschäft.

Gewerkschaften kritisieren die Entscheidung scharf und sehen darin einen schweren Schlag für die Region. Nach Ansicht der IG Metall hätte der Standort mit entsprechenden Investitionen eine Zukunft haben können.

Für Waiblingen bedeutet das Aus einen erheblichen industriepolitischen Einschnitt. Die Produktion soll in den kommenden Jahren schrittweise heruntergefahren werden, während parallel Übergangslösungen für die Belegschaft umgesetzt werden. Andere Bosch-Einheiten am Standort sind von der Maßnahme nicht betroffen.

Insgesamt zeigt der Fall exemplarisch, wie tiefgreifend der Wandel der Automobilindustrie inzwischen auf die Zulieferkette durchschlägt. Klassische Komponenten verlieren an Bedeutung, während neue Technologien noch nicht ausreichend Arbeitsplätze schaffen — eine Entwicklung, die zahlreiche Industriestandorte in Europa vor große Herausforderungen stellt.

SK

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