Die mit Spannung erwartete Rede von US-Präsident Donald Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos hat an den Finanzmärkten keine neue Schockwelle ausgelöst. Stattdessen zeigten sich die Börsen nach anfänglicher Nervosität zunehmend stabil, in Europa konnte der DAX seine zuvor erlittenen Verluste deutlich eindämmen und sich im Tagesverlauf sogar erholen.
Zu Wochenbeginn hatten Trumps Zolldrohungen gegen Europa sowie seine Aussagen im Streit um Grönland die Märkte noch belastet. Nach der Davos-Rede nahm der Verkaufsdruck jedoch spürbar ab. Marktteilnehmer werteten vor allem Trumps wiederholte Betonung, er wolle keine militärische Eskalation, als beruhigendes Signal. Das führte zu einer vorsichtigeren Neubewertung der Risiken.
Der DAX, der zuvor deutlich unter Druck gestanden hatte, konnte sich im Anschluss an die Rede stabilisieren und einen Teil der Verluste wettmachen. Auch an anderen europäischen Börsen setzte eine leichte Erholung ein. In den USA signalisierten Aktienfutures ebenfalls Beruhigung, nachdem Investoren ihre unmittelbaren Sorgen vor einer raschen Eskalation der geopolitischen Spannungen zurückstellten.
Politisch blieb Trumps Auftritt dennoch umstritten. Seine Aussagen zu möglichen Strafzöllen und seine Forderungen im Zusammenhang mit Grönland stießen in Europa auf deutliche Kritik. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen warnte vor einer weiteren Verschärfung des Handelskonflikts und betonte die Notwendigkeit einer geschlossenen europäischen Antwort. Frankreich brachte erneut mögliche Gegenmaßnahmen ins Spiel.
An den Märkten überwog jedoch zunächst die Einschätzung, dass Trumps Rede keine unmittelbaren konkreten Schritte nach sich zog. Statt neuer Eskalation trat eine Phase des Abwartens ein. Die Reaktion des DAX unterstreicht damit, dass politische Rhetorik zwar kurzfristig Volatilität auslöst, Investoren derzeit aber stärker auf tatsächliche Entscheidungen als auf Ankündigungen reagieren.
SK