Börse

Milliardenlösung im Glyphosat-Streit sorgt für volatile Kurse

Gerichtliche Zustimmung bleibt entscheidender Faktor

Ein milliardenschwerer Vergleich im Glyphosat-Streit ließ die Bayer-Aktie zunächst steigen — Unsicherheiten über die gerichtliche Zustimmung drücken sie nun wieder.

2 Min.

18.02.2026

Die Aktie des Chemie- und Pharmakonzerns Bayer reagiert weiterhin empfindlich auf Entwicklungen im langjährigen Glyphosat-Rechtsstreit. Nachdem das Unternehmen gestern einen milliardenschweren Sammelvergleich zur Beilegung aktueller und zukünftiger Klagen rund um den Unkrautvernichter Roundup angekündigt hatte, legte der Kurs zunächst deutlich zu. Anleger interpretierten die Einigung als möglichen Schritt zur endgültigen Entlastung von einem der größten Rechtsrisiken des Konzerns.

Der Vergleich sieht Zahlungen von bis zu 7,25 Milliarden US-Dollar über einen Zeitraum von bis zu 21 Jahren vor und soll sowohl anhängige als auch zukünftige Klagen betreffen. Allerdings muss die Vereinbarung noch von einem US-Gericht genehmigt werden — ein entscheidender Unsicherheitsfaktor für Investoren.

Nach der anfänglichen Euphorie geriet die Aktie daher erneut unter Druck und notierte wieder im Minus. Marktbeobachter verweisen darauf, dass ein Scheitern der gerichtlichen Zustimmung oder neue Klagen die finanzielle Belastung deutlich erhöhen könnten. Zudem sind weiterhin Zehntausende Verfahren offen, die aus der Monsanto-Übernahme im Jahr 2018 resultieren.

Parallel bleibt ein mögliches Grundsatzurteil des US Supreme Court ein weiterer Unsicherheitsfaktor. Das Gericht prüft, ob Hersteller für fehlende Warnhinweise haftbar gemacht werden können, wenn Bundesbehörden keine entsprechende Kennzeichnung verlangen. Eine Entscheidung zugunsten von Bayer könnte die Klagewelle deutlich eindämmen — ein gegenteiliges Urteil würde die Risiken hingegen verlängern.

Für den Kapitalmarkt zeigt sich damit erneut die zentrale Rolle des Glyphosat-Komplexes für die Bewertung des Konzerns. Juristische Entwicklungen können den Aktienkurs kurzfristig stark in beide Richtungen bewegen, da die möglichen finanziellen Folgen in Milliardenhöhe liegen.

Insgesamt bleibt Bayer trotz operativer Fortschritte stark von rechtlichen Entscheidungen abhängig. Solange keine endgültige Klärung erreicht ist, dürfte die Aktie anfällig für hohe Volatilität bleiben.

SK

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