Die tschechische Rüstungs- und Industrieholding »Czechoslovak Group« (CSG) hat am 23. Januar 2026 einen bemerkenswerten Börsengang an der Amsterdamer Börse hingelegt. Die Aktien der Gruppe starteten zu einem Ausgabepreis von 25 Euro und kletterten im frühen Handel um bis zu mehr als 30 Prozent, bevor sie um etwa 32 Euro pro Stück geschlossen wurden – ein klares Signal für starkes Investoreninteresse in den Verteidigungssektor.
Mit dem erfolgreichen IPO zählt CSG zu den größten Börsengängen eines reinen Rüstungsunternehmens weltweit. Die Erstnotierung generierte rund 3,3 bis 3,8 Milliarden Euro an frischem Kapital, wobei der Verkauf neuer und bestehender Aktien dem Konzern und dem Eigentümer erhebliche Mittel zuführt. Die anfängliche Bewertung lag bei etwa 25 Milliarden Euro, die Marktkapitalisierung stieg im Zuge des starken Debüts oberhalb von 30 Milliarden Euro.
CSG, mit Sitz in Prag, ist einer der am schnellsten wachsenden europäischen Rüstungskonzerne und produziert unter anderem Munition, gepanzerte Fahrzeuge, Artilleriesysteme und Verteidigungselektronik. Das Unternehmen beliefert NATO-Staaten und zählt auch die Ukraine zu seinen wichtigen Kunden, was die Nachfrage nach Aktien im Kontext steigender Verteidigungsausgaben zusätzlich befeuerte.
Der Eigentümer und Vorstandschef, Michal Strnad, 33-jährig und seit 2018 an der Spitze der Gruppe, erzielte durch den Anteilverkauf einen persönlichen Erlös von knapp drei Milliarden Euro, behält jedoch weiterhin die Kontrolle über einen Großteil der Anteile. Analysten sehen den Börsengang als Startsignal für weitere Rüstungs-IPOs in Europa im Jahr 2026, da Investoren angesichts geopolitischer Spannungen verstärkt nach Beteiligungsmöglichkeiten im Verteidigungssektor suchen.
Die starke Nachfrage nach CSG-Aktien reflektiert eine anhaltende strukturelle Verschiebung im Kapitalmarkt: Anleger positionieren sich für stabile und strategisch relevante Branchen, selbst wenn diese politisch kontrovers sein mögen. Die Verteidigungsindustrie konnte in den vergangenen Jahren aufgrund geopolitischer Risiken und erhöhter staatlicher Ausgaben eine deutliche Neubewertung erfahren – ein Trend, der durch den CSG-IPO weiter an Dynamik gewinnt.
SK