Der chinesische Sportartikelhersteller Anta Sports wird zum größten Einzelaktionär des deutschen Unternehmens Puma. In einem milliardenschweren Deal hat Anta rund 29,06 Prozent der Puma-Aktien von der französischen Investmentgesellschaft Artémis der Familie Pinault übernommen. Der Kaufpreis beträgt etwa 1,51 Milliarden Euro, was einem Aufschlag von rund 62 Prozent auf den letzten Schlusskurs der Puma-Aktie entspricht.
Der Erwerb macht Anta zum größten Anteilseigner bei Puma, mit dem Ziel, seine internationale Präsenz deutlich auszubauen und die Position im globalen Sportartikelmarkt zu stärken. Anta hat bereits Erfahrung mit Übernahmen westlicher Marken und steuert sein Portfolio mit Beteiligungen an Fila, Jack Wolfskin und weiteren Labels.
Die Puma-Aktie reagierte unmittelbar auf die Nachricht: Am deutschen Aktienmarkt stieg der Kurs zeitweise um mehr als 20 Prozent, bevor Gewinnmitnahmen einsetzten. Die dynamische Kursschwankung reflektiert sowohl die Euphorie über den Einstieg eines finanzstarken Investors als auch die Unsicherheit darüber, wie sich die Zusammenarbeit künftig auf Strategie und Markenauftritt auswirken wird.
Nach Angaben von Anta soll keine vollständige Übernahme angestrebt werden. Vielmehr plant das Unternehmen, Sitze im Aufsichtsrat zu beanspruchen und gemeinsam mit dem Puma-Management an der Umsetzung des laufenden Turnaround-Programms zu arbeiten. Puma hatte zuletzt mit schwächelnder Nachfrage zu kämpfen und 2025 unter anderem angekündigt, rund 900 Stellen abzubauen und sein Produktportfolio zu straffen, um wieder in die Gewinnzone zurückzufinden.
Die Transaktion unterstreicht den globalen Wettbewerb im Sportartikelmarkt und die wachsende Bedeutung chinesischer Marken auf dem internationalen Parkett. Sie muss noch von den zuständigen Wettbewerbs- und Aufsichtsbehörden sowie den Aktionären genehmigt werden, bevor der Deal endgültig abgeschlossen werden kann.
SK