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5.000 Superreiche hat das Land

Die Zahl der Superreichen in Deutschland ist innerhalb eines Jahres deutlich gestiegen. Rund 5.000 Menschen mit einem Finanzvermögen von mehr als 100 Millionen Dollar besitzen inzwischen mehr als ein Viertel des gesamten Finanzvermögens im Land. 

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27.05.2026

Die Vermögenskonzentration in Deutschland nimmt weiter zu. Nach Berechnungen der Boston Consulting Group (BCG) verfügen inzwischen rund 5.000 Menschen über ein Finanzvermögen von jeweils mehr als 100 Millionen US-Dollar. Zusammen kontrollieren sie 27,3 Prozent des gesamten deutschen Finanzvermögens von 12,4 Billionen Dollar – rund 3,4 Billionen Dollar. Gegenüber dem Vorjahr stieg ihre Zahl um etwa 1.100 Personen.

Damit gehört Deutschland weiterhin zu den Ländern mit der höchsten Zahl sogenannter Ultra-High-Net-Worth-Individuals weltweit. Nur die USA und China verfügen über mehr Menschen in dieser Vermögensklasse. Bereits in den vergangenen Jahren hatte die BCG eine zunehmende Konzentration großer Vermögen festgestellt. Während es 2023 noch rund 3.300 Superreiche gab, waren es 2024 bereits 3.900. Der aktuelle Anstieg setzt diesen Trend fort.

Aktienmärkte treiben die Vermögen nach oben

Ein wesentlicher Grund für den Vermögenszuwachs liegt laut BCG in den starken Entwicklungen an den internationalen Kapitalmärkten. Besonders Besitzer großer Aktienportfolios konnten von den Kursanstiegen profitieren. Wer bereits über hohe Vermögen verfügt, kann breiter diversifizieren und verstärkt in renditestärkere Anlageklassen wie Aktien oder Private Equity investieren. Dadurch wachsen große Vermögen oft schneller als kleinere.

Die Zahlen verdeutlichen diesen Effekt: Während die Finanzvermögen insgesamt 2025 um fast 18 Prozent zulegten, konzentrierte sich ein erheblicher Teil der Wertsteigerungen auf die vermögendsten Haushalte. Gleichzeitig bleibt Deutschland trotz dieser Entwicklung ein Land mit vergleichsweise zurückhaltender Aktienkultur. Viele private Haushalte halten weiterhin große Teile ihres Vermögens in Bargeld, Einlagen oder konservativen Sparformen.

Die Vermögensschere öffnet sich weiter

Dem kleinen Kreis der Superreichen stehen rund 66 Millionen Menschen gegenüber, deren Finanzvermögen unter 250.000 Dollar liegt. Diese große Mehrheit besitzt zusammen lediglich 35,9 Prozent des gesamten Finanzvermögens. Gleichzeitig halten mehr als 700.000 Multimillionäre und Superreiche gemeinsam bereits 52,8 Prozent aller Finanzvermögen in Deutschland.

Die Entwicklung ist nicht neu, beschleunigt sich aber. Bereits die BCG-Studien der vergangenen Jahre hatten gezeigt, dass Vermögenszuwächse mit steigender Vermögenshöhe deutlich stärker ausfallen. Die Autoren erwarten, dass sich dieser Trend fortsetzt. Bis 2030 könnte der Anteil der Superreichen am deutschen Finanzvermögen auf rund 29 Prozent steigen.

Deutschland bleibt ein Land der Immobilien

Trotz der Diskussion über Aktien und Finanzmärkte steckt der größte Teil des deutschen Vermögens weiterhin in Sachwerten. Das Nettovermögen der Deutschen stieg laut BCG 2025 auf 23,3 Billionen Dollar. Davon entfallen 13,4 Billionen Dollar auf Immobilien und andere reale Vermögenswerte. Immobilien bleiben damit die wichtigste Vermögensklasse der privaten Haushalte.

Die größten Vermögenszuwächse wurden dort erzielt, wo Kapital investiert war und langfristig arbeiten konnte. Aktien, Beteiligungen und andere produktive Vermögenswerte entwickelten sich deutlich dynamischer als klassische Sparformen.

Vermögen wächst langfristig häufig dort am stärksten, wo Risiken bewusst eingegangen werden. Gleichzeitig zeigt die Entwicklung aber auch die Kehrseite. Je stärker Vermögen bereits konzentriert ist, desto leichter fällt es den Vermögenden, von Marktchancen zu profitieren.

Für die Kapitalmärkte ist die Botschaft dennoch eindeutig: Vermögensaufbau wird zunehmend über Beteiligung an Produktivkapital entschieden. Wer ausschließlich auf Sparguthaben setzt, profitiert deutlich weniger von den Wertsteigerungen der vergangenen Jahre als Anleger mit Aktien, Fonds oder unternehmerischen Beteiligungen.

SK

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