Wirtschaft

Kehrtwende bei Apple?

Intel soll wieder Chips für den iPhone-Konzern fertigen

Jahrelang schien die Trennung endgültig – jetzt könnten Apple und Intel wieder zusammenarbeiten. Hintergrund sind offenbar Engpässe bei TSMC und der weltweite KI-Chipboom. Laut Reuters und Wall Street Journal soll Intel künftig wieder Chips für Apple fertigen. Die Meldung sorgt nicht nur an der Börse für Aufsehen, sondern zeigt auch, wie stark Geopolitik inzwischen die Techbranche prägt.

2 Min.

11.05.2026

Nach Jahren der Trennung sollen Apple und Intel offenbar wieder enger zusammenarbeiten. Wie unter anderem das Wall Street Journal berichtet und von mehreren internationalen Medien aufgegriffen wurde, haben beide Unternehmen eine vorläufige Vereinbarung getroffen, wonach Intel künftig wieder Chips für Apple fertigen könnte.

Die Gespräche sollen bereits seit mehr als einem Jahr laufen. Laut Reuters könnte die Kooperation ein wichtiger Schritt für Intels Auftragsfertigungssparte sein, die im Wettbewerb mit dem taiwanischen Branchenführer TSMC zuletzt deutlich unter Druck geraten war.

Apple hatte sich in den vergangenen Jahren zunehmend von Intel gelöst. Seit 2020 ersetzt der Konzern in seinen Macs schrittweise Intel-Prozessoren durch eigene Chips der sogenannten Apple-Silicon-Reihe. Die eigentliche Fertigung dieser Chips erfolgt bislang nahezu ausschließlich über den taiwanischen Halbleitergiganten TSMC.

Genau diese Abhängigkeit scheint nun jedoch zum Problem zu werden. Mehrere Medienberichte verweisen auf die extrem hohe Auslastung bei TSMC, die durch den weltweiten KI-Boom zusätzlich verschärft wird. Vor allem die enorme Nachfrage nach Hochleistungschips für künstliche Intelligenz bindet große Teile der modernsten Produktionskapazitäten.

Reuters berichtet zudem, dass die US-Regierung aktiv an den Gesprächen beteiligt gewesen sein soll. Washington verfolgt seit Jahren das Ziel, die Halbleiterproduktion stärker in die USA zurückzuholen und die Abhängigkeit von asiatischen Lieferketten zu reduzieren.

Welche Chips Intel konkret für Apple produzieren könnte, ist bislang offen. Branchenmedien spekulieren jedoch, dass zunächst weniger komplexe Komponenten oder künftige Chips auf Basis von Intels neuer »18A«-Fertigungstechnologie betroffen sein könnten.

An den Börsen sorgten die Berichte bereits für starke Reaktionen. Die Intel-Aktie legte nach Veröffentlichung der Meldungen zeitweise deutlich zu. Investoren werten eine mögliche Partnerschaft mit Apple als Signal, dass Intel technologisch wieder Anschluss an die Weltspitze finden könnte.

Die mögliche Annäherung zwischen Apple und Intel zeigt zugleich, wie stark sich die globale Chipindustrie derzeit verändert. Nicht mehr nur technologische Innovation entscheidet über Partnerschaften, sondern zunehmend auch geopolitische Risiken, Lieferketten und der Kampf um KI-Kapazitäten.

SK

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