Wirtschaft

Deutsche Wirtschaft wächst erstmals seit zwei Jahren

Mini-Wachstum von 0,2 Prozent nach Rezession – gemischte Signale

2 Min.

15.01.2026

Deutsche Wirtschaft verzeichnet 2025 erstes Wachstum nach zwei Jahren Kontraktion

Die deutsche Volkswirtschaft hat im Jahr 2025 wieder ein positives Wachstum erzielt – erstmals seit zwei Jahren. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) real um 0,2 Prozent, nachdem die Wirtschaft in 2023 um 0,9 Prozent und in 2024 um 0,5 Prozent geschrumpft war.

Der jüngste Anstieg markiert zwar nur eine leichte Erholung, signalisiert jedoch ein Ende der anhaltenden Rezession, die Europas größte Volkswirtschaft geprägt hatte. Getragen wurde das Wachstum vor allem von gestiegenem privaten Konsum und erhöhten Staatsausgaben, während die Exportwirtschaft weiterhin unter Druck steht. Insbesondere höhere Zölle der USA, ein relativ starker Euro sowie intensiver Wettbewerb aus China belasteten die Ausfuhren, die in mehreren Branchen rückläufig blieben.

Trotz des positiven Vorzeichens bleibt die konjunkturelle Lage insgesamt fragil. Das BIP liegt nach wie vor auf einem ähnlichen Niveau wie vor der Corona-Pandemie im Jahr 2019, was die langwierige Schwächephase der deutschen Wirtschaft unterstreicht. Unterschiedliche Wirtschaftsindikatoren zeigen, dass zwar einige Bereiche – etwa der Konsumsektor – wieder zulegen, andere Sektoren wie die Industrieproduktion und Investitionen jedoch weiterhin schwach sind.

Volkswirte bewerten das Mini-Wachstum folglich mit gemischten Erwartungen: Einerseits wird es als erstes positives Signal nach einer längeren Durststrecke gewertet, andererseits mahnen sie zur Vorsicht angesichts globaler Handelsrisiken und struktureller Herausforderungen. Eine Prognose mehrerer Institute sieht für 2026 eine allmähliche wirtschaftliche Erholung voraus, getragen insbesondere durch staatliche Infrastruktur- und Verteidigungsinvestitionen sowie durch Effekte aus einem höherem Arbeitsvolumen aufgrund zusätzlicher Arbeitstage.

Die Bundesregierung und Unternehmerverbände betonen, dass die wirtschaftliche Wende noch nicht gesichert sei: Maßgeblich hänge der Erfolg von nachhaltigen Investitionen, Innovationsfähigkeit und einer Stabilisierung der Exportmärkte ab, um ein robustes, breit getragenes Wachstum zu erreichen.

SK

 

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