Die Bundesregierung hat ihre Wachstumsprognose für die deutsche Volkswirtschaft im Jahr 2026 nach unten korrigiert. Laut Wirtschaftsministerium wird das reale Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr voraussichtlich um 1,0 Prozent wachsen. In der Herbstprognose wurde noch ein Zuwachs von 1,3 Prozent erwartet. Damit bleibt das Wirtschaftswachstum auch künftig moderat.
Die Revision folgt auf eine Phase sehr schwacher makroökonomischer Dynamik: Deutschland hat 2024 und 2025 lediglich minimale Wachstumsraten ausgewiesen, und die Erholung bleibt hinter den Erwartungen zurück. Zu den Belastungsfaktoren zählen anhaltende Unsicherheiten im globalen Handel, insbesondere durch geopolitische Spannungen und protektionistische Maßnahmen, sowie nach wie vor schwache Industrieaktivität.
Regierungsvertreter und Wirtschaftsforscher betonen, dass der angehobene Anteil staatlicher Investitionen ein entscheidender Faktor für das erwartete positive Wachstum im Jahr 2026 sei. Die Bundesregierung hat in den letzten Jahren umfangreiche Investitionspakete, darunter ein Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaschutz, aufgelegt, deren Wirkung jedoch bislang noch nicht vollständig greifbar sei.
Gleichzeitig riefen Vertreter der Bundesregierung dazu auf, den Investitions- und Reformdruck zu erhöhen. Nach Einschätzung von Finanz- und Wirtschaftsministern müsse die Umsetzung großer Projekte schneller vorankommen, um strukturelle Bremsfaktoren zu überwinden und die konjunkturelle Erholung zu stabilisieren.
Die Prognose für das Jahr 2027 wurde ebenfalls nach unten angepasst: Erwartet wird nun ein Wachstum von 1,3 Prozent, nach zuvor prognostizierten 1,4 Prozent. Trotz der Abwärtskorrekturen gilt der Ausblick insgesamt als moderat positiv, da er auf einer anhaltenden Erholung der Binnenwirtschaft basiert und weiterhin von staatlichen Wachstumsimpulsen getragen wird.
SK