Die deutsche Industrie ist schwach in das Jahr gestartet. Neue Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen einen deutlichen Rückgang bei den Auftragseingängen, während gleichzeitig auch die Produktion überraschend gesunken ist. Damit verschärft sich die Lage für zentrale Industriezweige weiter.
Im Januar gingen die Industrieaufträge gegenüber dem Vormonat um 11,1 Prozent zurück. Analysten hatten lediglich mit einem Rückgang von rund 4,5 Prozent gerechnet. Auch die Industrieproduktion entwickelte sich schwächer als erwartet und sank um 0,5 Prozent, obwohl Ökonomen zuvor von einem leichten Anstieg ausgegangen waren.
Besonders stark betroffen war die Produktion von Metallwaren. In diesem Bereich brach die Fertigung um 12,4 Prozent ein. Rückgänge gab es außerdem in der Pharmaindustrie sowie bei Computern, Elektronik- und Optikprodukten.
Die schwachen Konjunkturdaten fallen in eine Phase zunehmender Sorgen um die Beschäftigung in der Industrie. Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall rechnet für das laufende Jahr mit einem möglichen Verlust von bis zu 150000 Arbeitsplätzen in der Metall- und Elektroindustrie. Nach Angaben des Verbandes befindet sich die Branche in der schwersten Krise seit Gründung der Bundesrepublik.
Als Ursachen nennen Branchenvertreter vor allem hohe Energiekosten, steigende Unternehmenssteuern, Sozialabgaben sowie eine zunehmende Bürokratiebelastung für Unternehmen. Gleichzeitig bleibt die Auftragslage trotz einzelner Großprojekte aus dem Verteidigungssektor insgesamt schwach.
Die Metall- und Elektroindustrie zählt mit mehreren Millionen Beschäftigten zu den wichtigsten Industriezweigen Deutschlands. Seit dem Jahr 2018 sind jedoch bereits rund 270000 Arbeitsplätze in der Branche verloren gegangen. Beobachter sehen darin ein Zeichen für den zunehmenden strukturellen Druck auf den Industriestandort Deutschland.
SK
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