Wirtschaft

Auftragseingang der deutschen Industrie wächst kräftig – größtes Plus seit zwei Jahren

Erholung nach Auftragsflaute – Maschinen- und Investitionsgüter gefragt

Die deutsche Industrie verzeichnet das stärkste Auftragswachstum seit zwei Jahren, getragen von Investitionsgütern und Maschinenbau. Erholung trotz globaler Unsicherheiten.

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05.02.2026

Die deutsche Industrie hat im jüngsten Berichtsmonat deutlich mehr Aufträge erhalten als in den Monaten zuvor – das stärkste Plus seit rund zwei Jahren. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts stieg der gesamtwirtschaftliche Auftragseingang im Vergleich zum Vormonat spürbar. Diese Entwicklung wird als ein Zeichen für wachsende Nachfrage und eine mögliche Trendwende im Produktionssektor gewertet. 

Besonders stark zulegen konnten dabei Investitions- und Vorleistungsbereiche sowie der Maschinen- und Anlagenbau, die traditionell als konjunkturelle Frühindikatoren gelten. Die Industriebetriebe erhielten deutlich mehr Bestellungen aus dem Inland und dem Euro-Raum, während die Auslandsaufträge im Vergleich zwar nicht ganz so kräftig zulegten, aber ebenfalls auf einem stabilen Niveau blieben.

Analysten bewerten das Plus als ermutigendes Signal nach einer Phase mit eher schwachen Auftragseingängen, in der global unsichere Rahmenbedingungen, volatile Energiepreise und Lieferkettenrisiken deutsche Hersteller belastet hatten. Die aktuelle Entwicklung deutet darauf hin, dass zumindest ein Teil des Kapazitätsausbaus und der Modernisierungs-Investitionen wieder aufgenommen wird.

Wirtschaftspolitisch wird das Ergebnis als positives Indiz für die deutsche Industrie insgesamt gesehen, die – trotz globaler Herausforderungen – Resilienz zeigt. Die stärkere Nachfrage gilt dabei nicht nur traditionellen Branchen, sondern zunehmend auch technologisch orientierten Bereichen, was als Zeichen für eine breitere Erholung interpretiert wird.

Dennoch weisen Ökonomen darauf hin, dass die Daten monatsschwankungsanfällig sind und eine nachhaltige Trendwende erst über mehrere Berichtszeiträume bestätigt werden kann. Zudem hängen Perspektiven für Produktions-, Beschäftigungs- und Exportentwicklung weiterhin von der globalen Konjunktur, geopolitischen Risiken und energie- bzw. kostenseitigen Rahmenbedingungen ab.

In Summe aber liefert das kräftige Auftragsplus ein positives Zwischenfazit: Nach längeren Durststrecken scheint in Teilen der deutschen Industrie wieder Vertrauen in Nachfrage und Investitionen zurückzukehren.

SK

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