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Vermieter schlagen Alarm: Galeria zahlt Mieten nicht

Ausbleibende Zahlungen verschärfen Zweifel an Zukunft des Warenhauskonzerns

Galeria gerät erneut unter Druck: Vermieter berichten von ausbleibenden Mietzahlungen. Erste Standorte stehen bereits zur Disposition. Die Lage erinnert an frühere Krisenphasen des Unternehmens. Gleichzeitig wächst die Unsicherheit in den Innenstädten. Denn Galeria ist für viele Lagen ein zentraler Frequenzbringer. Die kommenden Wochen dürften entscheidend werden.

2 Min.

20.04.2026

Die finanzielle Lage der Warenhauskette Galeria spitzt sich erneut zu. Mehrere Vermieter berichten, dass Mietzahlungen für April 2026 ganz oder teilweise ausgeblieben sind. Betroffen sind auch prominente Innenstadtlagen, darunter ein zentraler Standort am Berliner Alexanderplatz. Nach Angaben von Eigentümern seien bisherige Kontaktversuche mit dem Unternehmen teilweise erfolglos geblieben.

In einzelnen Fällen hat Galeria offenbar zusätzlich um Zahlungsaufschub gebeten. Branchenberichten zufolge sollten Mieten für mehrere Monate gestundet und erst zu einem späteren Zeitpunkt beglichen werden. Solche Forderungen stoßen jedoch zunehmend auf Widerstand, da viele Vermieter nach den vergangenen Insolvenzen des Konzerns Zweifel an der langfristigen Zahlungsfähigkeit haben.

Die Entwicklung trifft einen sensiblen Punkt im Geschäftsmodell. Mietkosten zählen zu den größten Fixausgaben im stationären Einzelhandel, insbesondere bei innerstädtischen Großflächen mit hoher Frequenzlage. Bleiben Zahlungen aus, gilt dies in der Branche als klares Signal für akute Liquiditätsprobleme. Gleichzeitig geraten damit nicht nur einzelne Standorte, sondern ganze Innenstädte unter Druck, da Warenhäuser häufig als Ankermieter fungieren.

Parallel laufen bereits Verhandlungen über die Zukunft mehrerer Filialen. Für acht Standorte, darunter Häuser in Berlin, Köln und München, stehen Mietverträge zur Disposition. Sollte keine Einigung über neue Konditionen erzielt werden, sind weitere Schließungen möglich.

Die aktuelle Situation fügt sich in eine längere Krisengeschichte ein. Galeria hat seit 2020 mehrere Insolvenzverfahren durchlaufen und sein Filialnetz deutlich verkleinert. Heute betreibt das Unternehmen noch 83 Warenhäuser mit rund 12.000 Beschäftigten. Trotz Restrukturierung und neuer Eigentümer bleibt die wirtschaftliche Stabilität fragil.

Die ausbleibenden Mietzahlungen markieren damit eine neue Eskalationsstufe im Verhältnis zwischen Unternehmen und Immobilieneigentümern. Während Galeria auf Entlastung bei den Kosten angewiesen ist, wächst auf Vermieterseite die Bereitschaft, alternative Nutzungskonzepte oder neue Mieter zu prüfen. Die Zukunft zentraler Einzelhandelsstandorte steht damit erneut zur Disposition.

SK

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