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Rheinmetall und OHB planen gemeinsames Milliarden-Satellitenprojekt

Europäische Alternative zu Starlink soll militärische Kommunikation bis 2029 sichern

Rheinmetall und OHB bewerben sich gemeinsam um das Bundeswehr-Projekt »SATCOMBw Stufe 4«. Bis zu 100 Satelliten sollen militärische Kommunikation sichern.

2 Min.

27.01.2026

Rheinmetall und der Bremer Satellitenhersteller OHB wollen sich gemeinsam um das bislang größte Satellitenprojekt der Bundeswehr bewerben. Dabei geht es um den Aufbau der neuen militärischen Kommunikationskonstellation »SATCOMBw Stufe 4«, mit der Panzer, Schiffe, Flugzeuge und Soldaten künftig satellitengestützt miteinander vernetzt werden sollen. Das Projektvolumen wird auf acht bis zehn Milliarden Euro geschätzt.

Nach Informationen aus Branchenkreisen planen Rheinmetall und OHB, mindestens 100 Satelliten in den Orbit zu bringen. Die Konstellation soll bis 2029 einsatzbereit sein und eine hochverfügbare, sichere und unabhängige Kommunikationsinfrastruktur für die Bundeswehr bereitstellen. Ziel ist es, die militärische Vernetzung deutlich zu erweitern und zugleich die Abhängigkeit von außereuropäischen Anbietern zu reduzieren.

In technischer Hinsicht ähnelt das Vorhaben dem Satellitennetzwerk Starlink, das von der Raumfahrtfirma SpaceX betrieben wird. Auch hier steht eine großflächige, niedrig fliegende Satellitenkonstellation im Fokus, die schnelle Datenübertragung und robuste Kommunikation ermöglicht. Im Unterschied zu Starlink setzen Rheinmetall und OHB jedoch auf eine europäische Lösung unter staatlicher Kontrolle, die speziell auf militärische Anforderungen und Sicherheitsstandards zugeschnitten ist.

Rheinmetall bringt dabei seine Expertise in militärischen Führungs-, Kommunikations- und Integrationssystemen ein, während OHB als einer der führenden europäischen Satellitenhersteller für Entwicklung, Bau und Betrieb der Raumfahrtsysteme verantwortlich sein soll. OHB ist bereits an mehreren europäischen Raumfahrt- und Sicherheitsprogrammen beteiligt und verfügt über langjährige Erfahrung mit staatlichen Auftraggebern.

Das Projekt SATCOMBw Stufe 4 gilt als zentraler Baustein der digitalen Modernisierung der Bundeswehr. Neben der technischen Leistungsfähigkeit spielen auch strategische Aspekte eine Rolle: Die Bundesregierung verfolgt zunehmend das Ziel, souveräne europäische Schlüsseltechnologien im Verteidigungs- und Sicherheitsbereich auszubauen. Eine erfolgreiche Bewerbung von Rheinmetall und OHB würde dieses Ziel deutlich unterstützen.

Die Entscheidung über die Vergabe des Projekts steht noch aus. Neben der europäischen Lösung gelten auch internationale Anbieter als potenzielle Wettbewerber. Der Auftrag wäre einer der größten Einzelaufträge in der Geschichte der deutschen Militär- und Raumfahrtindustrie.

SK

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