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Restaurants unter Druck: Pleitewelle rollt durch die Branche

Entwicklung erreicht Höchststand seit 2011

Restaurants, Bars, Cafés: Immer mehr Betriebe geben auf. Die Pleitewelle in der Gastronomie nimmt Fahrt auf – und ein Ende ist nicht in Sicht.

3 Min.

05.04.2026

Die deutsche Gastronomie steht vor einer anhaltenden Insolvenzwelle. Wie n-tv unter Berufung auf aktuelle Auswertungen berichtet, ist die Zahl der Pleiten in der Branche erneut deutlich gestiegen – und hat ein Niveau erreicht, das zuletzt vor mehr als einem Jahrzehnt zu beobachten war.

Demnach mussten im Jahr 2025 mehr als 2.900 gastronomische Betriebe Insolvenz anmelden. Das entspricht einem Anstieg von knapp 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr und markiert den höchsten Stand seit 2011. Besonders bemerkenswert ist, dass die Entwicklung bereits das vierte Jahr in Folge anhält und damit deutlich stärker ausfällt als in der Gesamtwirtschaft.

Die Zahlen zeigen zudem, dass es sich nicht um eine kurzfristige Schwächephase handelt. Zwischen 2020 und 2025 summierten sich die Insolvenzen auf mehr als 11.200 Fälle. Gleichzeitig stellten zehntausende Betriebe ihren Betrieb ein, ohne ein offizielles Insolvenzverfahren durchlaufen zu haben.

Als zentrale Ursachen gelten mehrere aufeinanderfolgende Krisen. Die Auswirkungen der Pandemie, stark gestiegene Energiepreise sowie die anhaltende Inflation haben die wirtschaftliche Basis vieler Betriebe nachhaltig geschwächt. Branchenexperten sprechen von einer kumulativen Belastung, die zahlreiche Unternehmen nicht mehr kompensieren konnten.

Hinzu kommen strukturelle Veränderungen im Konsumverhalten. Viele Verbraucher reduzieren ihre Ausgaben für Restaurantbesuche oder greifen verstärkt auf Lieferdienste zurück. Selbst innerhalb der Gastronomie sinken die durchschnittlichen Ausgaben pro Besuch. Weniger Zusatzbestellungen und ein insgesamt zurückhaltender Konsum wirken sich direkt auf die Umsätze aus.

Gleichzeitig steigen die Kosten weiter. Vor allem höhere Löhne, Energiepreise sowie Miet- und Lebensmittelkosten setzen die Margen unter Druck. Viele Betriebe sind kaum noch in der Lage, diese Belastungen vollständig an ihre Gäste weiterzugeben, ohne Nachfrage zu verlieren.

Besonders betroffen sind kleinere, inhabergeführte Unternehmen. Ihre finanzielle Ausstattung ist häufig schwach, ein großer Teil verfügt über geringe Eigenkapitalquoten oder arbeitet bereits mit Verlusten. Damit fehlt der Puffer, um kurzfristige Belastungen auszugleichen.

Branchenbeobachter erwarten daher keine schnelle Entspannung. Vielmehr könnte sich die Entwicklung im Jahr 2026 weiter verschärfen. Die Gastronomie steht damit nicht nur vor einer konjunkturellen Krise, sondern vor einem strukturellen Wandel, der das Angebot langfristig verändern dürfte.

Die n-tv-Berichterstattung macht deutlich, dass die Pleitewelle nicht isoliert betrachtet werden kann. Sie ist Ausdruck eines grundlegenden Spannungsfelds zwischen steigenden Kosten und sinkender Nachfrage – ein Muster, das sich derzeit in vielen Bereichen der Wirtschaft zeigt, die besonders stark vom Konsum abhängig sind.

SK

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