Der KI-Entwickler OpenAI arbeitet nach Informationen aus t3n an der Einführung von Werbung in seinem Chatbot ChatGPT, um zusätzliche Einnahmen zu generieren und die hohen Kosten für Infrastruktur und Entwicklung besser zu finanzieren. Bislang basiert das Geschäftsmodell von ChatGPT vor allem auf Abonnements und API-Umsätzen, nun sollen offenbar Anzeigenformate direkt innerhalb der Nutzeroberfläche getestet werden.
Die Ankündigung kommt in einer Phase enormer Wachstums- und Ausbaukosten für OpenAI. Das Unternehmen hatte im Zuge seiner neuesten Bilanzdaten 2025 Umsatz und Rechenleistung deutlich gesteigert – unter anderem durch intensivierte Nutzung von KI-Diensten und Infrastruktur-Investitionen. Vor diesem Hintergrund wird Werbung als zusätzliche Erlösquelle geprüft, insbesondere in den USA, wo erste Tests laufen sollen.
Details zur Ausgestaltung der Anzeigen sind noch unklar. Laut den bisherigen Informationen sollen Werbebotschaften kontextbezogen und thematisch relevant erscheinen – etwa im Zusammenhang mit spezifischen Such- oder Fragestellungen der Nutzer. Experten weisen darauf hin, dass eine zu aggressive Monetarisierung das Nutzererlebnis beeinträchtigen könnte, da ChatGPT bisher als werbefreier, dialogorientierter Service wahrgenommen wird.
Kritiker sehen in der Werbung eine mögliche Veränderung des Grundkonzepts von KI-Assistenten. In Branchenkreisen wird diskutiert, ob Anzeigen in einem textbasierten KI-Chatbot Vertrauen und Neutralität gefährden könnten: Nutzer könnten künftig Werbeinhalte als implizite Empfehlung interpretieren, auch wenn sie algorithmisch eingeblendet werden. Befürworter der Monetarisierung argumentieren dagegen, dass zusätzliche Erlösquellen notwendig seien, um technologische und serverseitige Kosten angesichts rasant wachsender Nutzerzahlen zu decken.
OpenAI steht im Wettbewerb mit anderen großen KI-Anbietern, die ebenfalls verschiedene Monetarisierungsstrategien verfolgen – etwa durch Lizenzverkäufe, Partnerschaften mit Plattformen, API-Nutzungen oder Premiumdienste. Die Einführung von Werbung könnte demnach ein weiterer Baustein im Geschäftsmodell sein, der die Abhängigkeit von reinen Abo-Einnahmen mindert.
Ob und wann Werbung in ChatGPT international ausgerollt wird, bleibt offen. Eine offizielle Bestätigung seitens OpenAI zur genauen Zeitplanung steht bislang aus, und es ist noch nicht klar, ob es zusätzliche Opt-out- oder Privatsphäre-Optionen für Nutzer geben wird.
SK