Der Umsatz mit Fairtrade-Produkten in Deutschland hat erstmals die Marke von 3 Milliarden Euro überschritten. Im Jahr 2025 stieg der Umsatz mit fair gehandelten Produkten um knapp 9 Prozent auf rund 3,14 Milliarden Euro.
Damit setzt sich das Wachstum eines Marktes fort, der trotz steigender Preise und schwacher Konsumstimmung weiter expandiert. Verbraucher gaben durchschnittlich rund 38 Euro pro Kopf für Fairtrade-Produkte aus.
Besonders stark nachgefragt bleiben Kaffee, Kakao und Bananen. Allein fair gehandelter Kaffee erzielte einen Umsatz von mehr als 1 Milliarde Euro und bleibt damit das wichtigste Fairtrade-Produkt in Deutschland. Auch Kakao und Bananen legten deutlich zu und erreichten teils hohe Marktanteile im jeweiligen Segment.
Die Entwicklung zeigt einen strukturellen Trend: Nachhaltigkeit und Transparenz in Lieferketten gewinnen zunehmend wirtschaftliche Bedeutung. Gerade in Zeiten geopolitischer Krisen und steigender Rohstoffpreise achten Verbraucher stärker auf Herkunft und Produktionsbedingungen.
Gleichzeitig wächst auch die wirtschaftliche Wirkung für Produzenten in Afrika, Asien und Lateinamerika. Nach Angaben von Fairtrade Deutschland flossen zuletzt rund 42 Millionen Euro an Fairtrade-Prämien in Projekte vor Ort – etwa für Bildung, Infrastruktur oder nachhaltigere Produktion.
Für den Handel wird Fairtrade damit zunehmend zu einem stabilen Marktsegment statt zu einer Nische. Supermärkte, Discounter und Drogerieketten bauen ihre Sortimente kontinuierlich aus, während fair gehandelte Produkte in immer mehr Alltagskategorien verfügbar sind.
Die Zahlen verdeutlichen damit eine größere Entwicklung: Nachhaltiger Konsum entwickelt sich zunehmend von einer moralischen Entscheidung zu einem relevanten Wirtschaftsfaktor mit wachsender Marktbedeutung.
SK