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KI-Fakes im „heute journal“: Panne beim Milliarden-Medienkonzern ZDF

Sender kündigt weitere Konsequenzen nach Ausstrahlung manipulierten Materials

KI-Fakes in einer der wichtigsten Nachrichtensendungen Deutschlands sorgen für Diskussionen. Das ZDF ist kein gewöhnlicher Sender, sondern ein milliardenschwerer öffentlich-rechtlicher Medienkonzern mit großer gesellschaftlicher Reichweite. Entsprechend hoch ist der Druck, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen.

2 Min.

28.01.2026

Ein Beitrag im ZDF-Nachrichtenmagazin »heute journal« sorgt weiterhin für Kritik, nachdem manipuliertes Bildmaterial ausgestrahlt wurde. In dem Bericht über Einsätze der US-Einwanderungsbehörde ICE waren unter anderem ein KI-generiertes Video sowie eine aus dem Zusammenhang gerissene ältere Aufnahme zu sehen. Beide Sequenzen hätten nach Angaben des Senders nicht in dieser Form verwendet werden dürfen und wurden später korrigiert.

Das ZDF entschuldigte sich öffentlich und ersetzte die betroffenen Szenen in der Mediathek. Interne Richtlinien verlangen eigentlich eine klare Kennzeichnung künstlich erzeugter Inhalte, die in diesem Fall nicht erfolgt war. Die verantwortliche Korrespondentin wurde abberufen, weitere Maßnahmen zur Qualitätssicherung und Schulungen im Umgang mit KI wurden angekündigt.

Besonders brisant ist der Vorfall vor dem Hintergrund der Größe und Rolle des Senders. Das ZDF ist kein Fernsehsender im klassischen Sinn, sondern ein Milliarden-Medienkonzern in öffentlich-rechtlicher Form. Mit einem Jahresbudget von rund 2,5 Milliarden Euro, fast 4.000 festangestellten Mitarbeitern sowie mehreren Tausend freien Beschäftigten verfügt das Unternehmen über eine Infrastruktur, die mit großen internationalen Medienhäusern vergleichbar ist.

Finanziert wird der Sender überwiegend aus Rundfunkbeiträgen, was einen besonderen Anspruch an journalistische Sorgfalt und Transparenz begründet. Fehler bei der Verwendung von KI-Material können daher nicht nur einzelne Beiträge betreffen, sondern die Glaubwürdigkeit des gesamten Systems öffentlich-rechtlicher Medien beeinflussen.

Medienexperten sehen in dem Fall ein Beispiel für die wachsenden Herausforderungen, die KI-generierte Inhalte für Nachrichtenredaktionen darstellen. Neben technischen Prüfverfahren rückt dabei auch die Frage nach redaktionellen Standards und Verantwortlichkeiten stärker in den Fokus. Die Debatte reicht inzwischen über den konkreten Beitrag hinaus und berührt grundsätzliche Fragen nach Vertrauen, Qualität und Kontrolle im digitalen Zeitalter.

SK

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