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Rüstungsindustrie wächst: Deutschland überholt China

Waffenlieferungen steigen – Ukraine wird wichtigster Abnehmer

Deutschland rückt im globalen Waffenhandel weiter nach vorn. Laut SIPRI hat die Bundesrepublik China als viertgrößten Exporteur überholt. Vor allem der Ukrainekrieg treibt Nachfrage und Rüstungsproduktion.

2 Min.

10.03.2026

Deutschland ist laut einer aktuellen Analyse des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI zum viertgrößten Waffenexporteur der Welt aufgestiegen und hat damit China überholt. Grundlage ist eine Auswertung der internationalen Waffenlieferungen im Zeitraum von 2021 bis 2025.

Demnach entfallen rund 5,7 Prozent der weltweiten Rüstungsexporte auf Deutschland. Der weltweit größte Exporteur bleiben weiterhin die Vereinigten Staaten, gefolgt von Frankreich und Russland.

Ein wesentlicher Teil der deutschen Waffenlieferungen ging zuletzt an europäische Staaten. Besonders bedeutend ist dabei die Ukraine, die etwa 24 Prozent der deutschen Exporte erhielt. Weitere rund 17 Prozent gingen an andere europäische Länder, die ihre militärischen Kapazitäten angesichts des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ausbauen.

Insgesamt zeigt der Bericht eine deutliche Verschiebung im internationalen Rüstungshandel. Die weltweiten Waffenlieferungen stiegen im Vergleich der beiden Fünfjahreszeiträume 2016 bis 2020 und 2021 bis 2025 um rund 9,2 Prozent. Gleichzeitig brachen die russischen Exporte stark ein, während europäische Staaten ihre Waffenimporte massiv ausweiteten.

Europa entwickelte sich damit zum weltweit größten Importmarkt für Waffen. Die Einfuhren der europäischen Staaten haben sich in den vergangenen Jahren mehr als verdreifacht. Hintergrund sind vor allem sicherheitspolitische Spannungen nach dem russischen Angriff auf die Ukraine sowie umfassende Programme zur Modernisierung der Streitkräfte.

Für Deutschland unterstreicht die neue Rangliste die wachsende Bedeutung der heimischen Rüstungsindustrie. Unternehmen wie Rheinmetall, Diehl oder Hensoldt profitieren von steigenden Verteidigungsbudgets und einer weltweit steigenden Nachfrage nach militärischer Ausrüstung.

SK

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