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Europas Chance im Wettlauf um Seltene Erden

Analyse der Warburg-Bank markiert wichtige Zielmarken

2 Min.

21.11.2025

Europa steht an einem strategischen Wendepunkt seiner Abhängigkeit von Seltenen Erden. Eine aktuelle Analyse der Privatbank M.M.Warburg & Co zeigt: Durch die vorübergehende Lockerung der chinesischen Exportrestriktionen hat Brüssel bis spätestens Ende 2026 ein enges Zeitfenster, um die strukturellen Lieferkettenrisiken in der Hightech-Industrie zu verringern.

Der Bericht nennt drei zentrale Zielmarken aus dem EU-Gesetz über kritische Rohstoffe (»Critical Raw Materials Act«): Bis 2030 sollen mindestens zehn Prozent des europäischen Bedarfs an kritischen Rohstoffen aus heimischem Abbau stammen, vierzig Prozent innerhalb Europas verarbeitet und fünfundzwanzig Prozent recycelt werden. Diese Zielwerte gelten als ambitioniert – denn die Entwicklungszeit neuer Minen liegt in Europa im Schnitt zwischen zehn und fünfzehn Jahren.

Gleichzeitig verschiebt sich der Fokus: Statt reiner Fördermengen steht nun technologische Souveränität im Mittelpunkt. Europa setzt auf Effizienz und Recycling-Innovation, um Abhängigkeiten zu reduzieren und Wertschöpfung im Binnenmarkt zu halten. Der Bericht spricht in diesem Zusammenhang von einer möglichen „Resilienz-Prämie“: Unternehmen, die ihre Rohstoffrisiken transparent senken, werden an den Kapitalmärkten zunehmend höher bewertet – während Firmen mit einseitigen Lieferketten an Attraktivität verlieren.

Für Europa geht es also weniger um »so schnell wie möglich graben«, sondern darum, »intelligent zu fördern« – Ingenieurskunst statt Masse. Das Zeitfenster steht offen. Ob der Kontinent es nutzt, bleibt die entscheidende Frage.

SK

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