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Mehr als Glamour: Ferres bekommt Hollywood-Stimmrecht

Die Oscar-Akademie lädt 529 neue Filmschaffende ein und stärkt damit weiter ihre internationale Ausrichtung

3 Min.

25.06.2026

Veronica Ferres (M) mit ihrer Tochter Lilly Krug (R) und Dorothee Erpenstein auf der Berlinale im Februar 2026

Veronica Ferres gehört zu den 529 Filmschaffenden, die 2026 in die Oscar-Akademie eingeladen wurden. Nimmt sie die Einladung an, erhält sie künftig Stimmrecht bei der Vergabe der Academy Awards. Für die deutsche Filmbranche ist das nicht nur ein Promi-Moment, sondern ein kleines Stück mehr Sichtbarkeit im globalen Filmbusiness.
 

Einladung in einen exklusiven Kreis

Veronica Ferres kann Mitglied der Academy of Motion Picture Arts and Sciences werden. Die deutsche Schauspielerin wurde in den neuen Jahrgang der Oscar-Akademie eingeladen. Insgesamt umfasst die Klasse 2026 weltweit 529 Filmschaffende, darunter 95 frühere Oscar-Nominierte und 21 Oscar-Gewinner.

Die Mitgliedschaft in der Academy ist keine klassische Bewerbungssache. Eingeladen wird, wer von bestehenden Mitgliedern vorgeschlagen wird und sich in besonderer Weise im Filmgeschäft verdient gemacht hat oder bereits für einen Oscar nominiert war. Erst wenn die Einladung angenommen wird, wird daraus eine tatsächliche Mitgliedschaft.

Deutsche Namen im internationalen Jahrgang

Neben Ferres wurden weitere deutsche Filmschaffende berücksichtigt. Dazu zählen unter anderem Kameramann Markus Förderer, Kostümbildnerin Sabrina Krämer, Komponist Karim Sebastian Elias sowie die VFX-Experten Michael Ralla und Guido Wolter.

International liest sich der Jahrgang deutlich glamouröser: Eingeladen wurden unter anderem Jenna Ortega, Jacob Elordi, Teyana Taylor, Julia Garner, Josh O’Connor, Simu Liu und die Safdie-Brüder. Damit setzt die Academy ihren Kurs fort, jüngere, internationalere und diversere Stimmen in ihre Reihen aufzunehmen.

Warum das wirtschaftlich relevant ist

Auf den ersten Blick klingt die Einladung nach rotem Teppich, Prestige und Hollywood-Glanz. Tatsächlich steckt dahinter auch harte Branchenmacht. Wer in der Academy stimmberechtigt ist, entscheidet mit darüber, welche Filme, Schauspieler, Gewerke und Produktionskulturen weltweit Aufmerksamkeit bekommen.

Ein Oscar oder schon eine Nominierung kann Karrieren beschleunigen, Streamingdeals beeinflussen, internationale Verkäufe erleichtern und den Marktwert von Filmschaffenden erhöhen. Die Academy ist damit nicht nur ein kulturelles Gremium, sondern auch ein Verstärker innerhalb der globalen Aufmerksamkeitsökonomie.

Hollywood wird internationaler

Sollten alle Eingeladenen annehmen, würde die Academy auf 11.319 Mitglieder wachsen, davon 10.338 stimmberechtigte. Nach Angaben der Associated Press besteht der neue Jahrgang zu 42 Prozent aus Frauen, zu 56 Prozent aus Personen aus unterrepräsentierten Gruppen und zu 53 Prozent aus internationalen Mitgliedern.

Für Ferres bedeutet die Einladung vor allem Anerkennung auf internationaler Ebene. Für die deutsche Branche zeigt sie zugleich, dass Sichtbarkeit in Hollywood nicht nur über einzelne Filme entsteht, sondern auch über Netzwerke, Jurys, Brancheninstitutionen und Abstimmungsmacht.

SK

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