Börse

Milliarden-Übernahmeangebot beflügelt Klöckner-Aktie

Premiumangebot aus den USA und große Kursgewinne im SDAX

2 Min.

16.01.2026

Die Aktien des Stahlhändlers Klöckner & Co SE haben am Freitagmorgen deutlich zugelegt und sind um rund 26 Prozent über ihren Xetra-Schlusskurs des Vortags gestiegen. Hauptgrund für den kräftigen Kursanstieg ist ein Übernahmeangebot des US-Metallverarbeiters Worthington Steel, der ein freiwilliges öffentliches Kaufangebot von 11 Euro pro Klöckner-Aktie angekündigt hat. Dieser Preis liegt deutlich über dem jüngsten Börsenkurs und signalisiert einen Unternehmenswert von rund 2,1 Milliarden Euro (etwa 2,4 Milliarden US-Dollar).

Worthington Steel hat mit der Klöckner-Führung ein Geschäftskombinationsabkommen unterzeichnet und beabsichtigt, allen Aktionären ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot zu unterbreiten, das an eine Mindestannahmeschwelle von 65 Prozent der ausstehenden Aktien und behördliche Genehmigungen geknüpft ist. Management und Aufsichtsrat von Klöckner begrüßten das Angebot und wollen es den Aktionären bei formeller Vorlage empfehlen.

Der Kursrutsch der vergangenen Monate, in dem die Klöckner-Aktie zunächst unter Druck geraten war, wurde durch die Übernahmefantasie bereits seit Dezember 2025 gedämpft: Schon frühere Spekulationen über Gespräche mit Worthington Steel hatten die Aktie deutlich beflügelt. Angesichts des nun offiziell bestätigten Angebots setzte sich der Aufwärtstrend fort.

Marktbeobachter weisen darauf hin, dass bei einem erfolgreichen Vollzug der Transaktion Klöckner & Co gemeinsam mit Worthington Steel zu einem der größten Service-Center und metallverarbeitenden Dienstleister in Nordamerika und Europa werden könnte. Die Kombination der Komplementärstärken beider Unternehmen soll nicht nur die Präsenz in beiden Regionen stärken, sondern auch nachhaltiges Wachstum und breitere Produktangebote ermöglichen, so die Unternehmensvertreter.

Trotz der klar positiven Reaktion im Handel äußern Anleger auch Unsicherheiten: Einige Marktteilnehmer beobachten, ob künftige Schuldenlasten, Integrationsfragen oder regulatorische Hürden das Potenzial des Deals relativieren könnten. Diskussionen um Verkaufsstrategien bei Kursniveaus zwischen 10,90 Euro und 11,06 Euro spiegeln diese differenzierten Einschätzungen wider.

SK

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