Der Zahlungsdienstleister SumUp bereitet einen möglichen Börsengang vor und strebt dabei eine Bewertung von mehr als 10 Milliarden US-Dollar an. Nach Informationen aus Finanzkreisen sondiert das Unternehmen derzeit die Auswahl von Investmentbanken, um eine Erstnotiz vorzubereiten. Als bevorzugter Börsenplatz gilt London, auch wenn alternative Standorte wie New York, Frankfurt oder Amsterdam zeitweise geprüft wurden.
Der Schritt würde zu den größten Börsengängen eines europäischen Fintechs zählen und könnte dem zuletzt schwächelnden IPO-Markt neue Impulse geben. Insbesondere die Londoner Börse leidet seit Jahren unter einer geringen Zahl an Neuemissionen, da viele Technologieunternehmen den Gang an US-Börsen bevorzugen. Ein erfolgreicher Börsengang von SumUp hätte daher auch symbolische Bedeutung für den Finanzplatz Großbritannien.
SumUp gehört zu den führenden Zahlungsdienstleistern für kleine und mittlere Unternehmen. Das 2012 gegründete Unternehmen bietet unter anderem Kartenlesegeräte, Kassensysteme und digitale Finanzlösungen an und ist inzwischen in mehr als 30 Ländern aktiv. Die Plattform richtet sich insbesondere an kleinere Händler und Selbstständige und hat sich in diesem Segment als zentraler Anbieter etabliert.
Die angestrebte Bewertung spiegelt das Wachstum der vergangenen Jahre wider, bleibt jedoch unter früheren Erwartungen. In früheren Finanzierungsrunden wurden teilweise deutlich höhere Bewertungen diskutiert, während jüngere Einschätzungen eher im Bereich zwischen 10 und 15 Milliarden US-Dollar liegen. Gleichzeitig hat das Unternehmen sein Wachstum stark über Fremdkapital finanziert, was zu steigenden Zinsbelastungen geführt hat und die Kapitalstruktur komplexer macht.
Der geplante Börsengang erfolgt in einem Umfeld, das sich für Neuemissionen zuletzt wieder verbessert hat. Sinkende Inflation und stabilere Kapitalmärkte erhöhen die Bereitschaft von Investoren, in wachstumsstarke Technologieunternehmen zu investieren. Gleichzeitig suchen viele Anleger nach neuen Börsenstorys, nachdem etablierte Tech-Werte bereits hohe Bewertungen erreicht haben.
Ob und wann der Börsengang tatsächlich umgesetzt wird, ist jedoch noch offen. Weder der genaue Zeitpunkt noch die Struktur der Emission stehen fest. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass die Entscheidung maßgeblich vom Marktumfeld abhängen wird.
SK