Der Online-Bezahldienst PayPal steckt seit Jahren in einer anhaltenden Schwächephase, die sich zuletzt weiter verschärft hat. Sinkendes Wachstum, zunehmende Konkurrenz und enttäuschte Erwartungen an der Börse haben den einstigen Branchenpionier deutlich an Wert verlieren lassen. Inzwischen gilt das Unternehmen aufgrund seiner niedrigen Bewertung zunehmend als potenzielles Übernahmeziel.
Nach Medienberichten soll PayPal bereits Berater hinzugezogen haben, nachdem mehrere Interessenten unverbindliche Offerten für das gesamte Unternehmen oder einzelne Geschäftsbereiche abgegeben hatten. Diskutiert werden sowohl Private-Equity-Investoren als auch strategische Käufer aus der Finanz- und Technologiebranche.
Die wirtschaftlichen Probleme haben mehrere Ursachen. Besonders das traditionelle Checkout-Geschäft, lange eine zentrale Gewinnquelle, wächst nur noch schwach. Gleichzeitig gewinnt die Konkurrenz durch Anbieter wie Apple Pay, Stripe oder neue »Buy-now-pay-later«-Dienste zunehmend Marktanteile.
Auch die Geschäftszahlen sorgten zuletzt für Enttäuschung. Umsatz und Gewinn blieben hinter den Erwartungen zurück, und die Prognose für das laufende Jahr fiel zurückhaltend aus. In der Folge brach der Aktienkurs ein und erreichte Mehrjahrestiefs. Seit seinem Höchststand im Jahr 2021 hat die Aktie massiv an Wert verloren.
Hinzu kommt ein Führungswechsel an der Unternehmensspitze. Nach schwachen Ergebnissen wird ein neuer Vorstandsvorsitzender eingesetzt, der das Unternehmen strategisch neu ausrichten soll. Solche Veränderungen gelten häufig als Zeichen für strukturelle Probleme und erhöhen zugleich die Unsicherheit am Markt.
Trotz der schwierigen Lage verfügt PayPal weiterhin über eine große Nutzerbasis und eine starke Marktposition im Online-Zahlungsverkehr. Genau diese Kombination aus etabliertem Geschäftsmodell und niedriger Börsenbewertung macht das Unternehmen für potenzielle Käufer interessant. Ob es tatsächlich zu einem Verkauf oder einer Aufspaltung kommt, ist derzeit jedoch offen.
SK