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Online-Banking im Fadenkreuz: Zunahme von Cyberangriffen

Experten raten zu Vorsorge und besseren Sicherheitsstandards

2 Min.

12.01.2026

Die Zahl der Cyberangriffe auf Online-Banking-Konten hat in Deutschland in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen. Nach Angaben des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) registrierten Sicherheitsbehörden einen spürbaren Anstieg digitaler Angriffsversuche, bei denen Kriminelle verstärkt Phishing-Mails, manipulierte Zahlungsaufforderungen und gefälschte Login-Portale einsetzen, um an Zugangsdaten von Bankkunden zu gelangen. Das betrifft sowohl klassische PC-Nutzer als auch Mobile-Banking-Kundschaft. Die Tendenz sei alarmierend und zeige, dass Cyberkriminalität zunehmend auf alltägliche Zahlungsprozesse abzielt und damit reale finanzielle Schäden verursachen kann.

Laut BSI und Branchenverbänden entwickeln sich die Angriffsstrategien weiter: Neben bekannten TAN-Abfang-Methoden nutzen Kriminelle vermehrt Social-Engineering-Techniken, um Vertrauen zu erwecken und Empfänger zur Preisgabe sensibler Daten zu bewegen. Besonders betroffen sind ältere Verbrauchergruppen, die häufig nicht über aktuelle Sicherheitsstandards oder Schutzsoftware verfügen. Zudem melden mehrere Banken vermehrte Fälle von Account-Takeovers, bei denen Täter sich Zugriff auf bestehende Online-Banking-Konten verschaffen und unautorisierte Transaktionen ausführen.

Auch internationale Sicherheitsanalysen bestätigen, dass die Belastung für Banken und Nutzer steigt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat in ihrem jüngsten Cyber-Sicherheitsbericht darauf hingewiesen, dass Finanzinstitute zunehmend Ziel von koordinierten, automatisierten Angriffen werden, die teils auf internationalen Botnetzen beruhen und schwer zu identifizieren sind. Diese Angriffe betreffen nicht nur einzelne Nutzende, sondern ganze Infrastrukturen, was Risiken für Zahlungsstabilität und Vertrauen in digitale Finanzdienstleistungen birgt.

Branchenvertreter betonen, dass der Schutz vor derart zunehmenden Angriffen eine gemeinsame Aufgabe von Banken, Sicherheitsbehörden und Kunden sei. Banken setzen auf verstärkte Multi-Factor-Authentication (MFA), Verhaltensanalyse-Tools und kontinuierliche System-Updates, um unautorisierte Zugriffe zu erkennen und zu blockieren. Gleichzeitig raten Verbraucherzentralen dazu, Regelmäßige Passwortänderungen, aktuelle Sicherheitssoftware und erhöhte Vorsicht bei unbekannten Nachrichten oder Anfragen anzuwenden.

Die wachsenden Angriffe haben direkte wirtschaftliche Auswirkungen: Finanzdienstleister sehen steigende Kosten für IT-Sicherheit, Betrugsprävention und Schadensregulierung. Zugleich kann ein steigendes Misstrauen von Kunden gegenüber digitalen Zahlungen und Banking-Apps das weitere Wachstum digitaler Finanzdienste dämpfen, wenn Sicherheitsstandards und Aufklärung nicht Schritt halten.

SK

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