Wissen

Deutschland verschärft Krypto-Regeln

DAC8-Umsetzung bringt Meldepflichten

Transparenzpflichten für Krypto-Plattformen und strengere Meldepflichten für Anleger geplant. Finanzamt erhält mehr Daten – wer Steuernummer nicht angibt, riskiert hohe Strafen.

2 Min.

27.01.2026

In Deutschland treten ab 2026 deutlich verschärfte steuerliche und Meldepflichten für Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum & Co. in Kraft. Hintergrund ist die Umsetzung der EU-Richtlinie DAC8 in nationales Recht durch das sogenanntes »Kryptowerte-Steuertransparenzgesetz«, das noch vollständig in Kraft treten muss. Damit sollen Transaktionsdaten und Nutzerdaten von Kryptobörsen systematisch an die deutschen Steuerbehörden übermittelt werden.

Kryptobörsen und Plattformen, die in Deutschland ansässig sind oder hier deutsche Nutzer bedienen, sind verpflichtet, künftig umfassende Informationen über ihre Nutzer sowie über ihre Krypto-Transaktionen an die Finanzverwaltung zu melden. Zu den betroffenen Anbietern zählen unter anderem Bison, Bitpanda, Kraken, Binance oder Coinbase. Diese Daten sollen helfen, steuerpflichtige Gewinne aus Krypto-Handel, Mining oder anderen Aktivitäten besser zu erfassen und unangemeldete Einkünfte aufzudecken. (§ DAC8-Richtlinie; nationale Umsetzung)

Für Anleger und Halter von Kryptowährungen bedeutet das neue Melde- und Nachweispflichten: Wer seine Steuernummer nicht angibt, unvollständige Angaben macht oder vorsätzlich steuerpflichtige Einnahmen verschweigt, kann künftig mit einem Bußgeld von bis zu 50 000 Euro belegt werden. Damit will der Fiskus sicherstellen, dass steuerpflichtige Gewinne nicht im Verborgenen bleiben und den Meldevorschriften unterliegen.

Die neuen Vorschriften stellen einen erheblichen Schritt in der Regulierung digitaler Vermögenswerte dar und lösen die bisher recht weitgehend privat organisierte Krypto-Besteuerung ab, bei der viele Anleger ihre Aktivitäten selbst in der Steuererklärung erfassen mussten. Mit der automatisierten Datenübermittlung wächst die Transparenz für Finanzämter deutlich, und das Risiko, als Steuerhinterzieher identifiziert zu werden, steigt.

Die Politik begründet die Änderungen nicht nur mit dem Schutz der Steuergerechtigkeit, sondern auch mit der Notwendigkeit, missbräuchliche Anonymität im Krypto-Bereich zu reduzieren. Kritikern zufolge könnten die Regelungen jedoch in bestimmten Fällen auch die Privatsphäre der Investoren einschränken und die Melde- und Bürokratiebelastung erhöhen.

SK

Nach oben