Unternehmen

BMW: Gewinneinbruch und nächste Gewinnwarnung

China-Krise und beschleunigter Konzernumbau belasten den Münchner Autobauer

3 Min.

04.11.2026

BMW verdient deutlich weniger und erwartet für das Schlussquartal zusätzliche Belastungen. Der Münchner Autobauer leidet unter dem Absatzrückgang in China und hohen Zöllen. Gleichzeitig beschleunigt der neue Vorstandschef Milan Nedeljković den Konzernumbau. Damit belastet ausgerechnet die Vorbereitung auf die nächste Fahrzeuggeneration kurzfristig das Ergebnis.

Der Autobauer BMW hat im dritten Quartal 2026 einen deutlichen Gewinnrückgang verzeichnet. Der Überschuss sank gegenüber dem Vorjahreszeitraum um knapp 15 Prozent auf 1,45 Milliarden Euro. Der Konzernumsatz verringerte sich um 5,8 Prozent auf rund 30,5 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis des Automobilgeschäfts fiel auf 901 Millionen Euro, die entsprechende EBIT-Marge lag bei 3,4 Prozent.

Hauptbelastung bleibt der chinesische Automobilmarkt. Dort gingen die Auslieferungen von BMW im dritten Quartal um 24,8 Prozent zurück. Der wachsende Konkurrenzdruck und aggressive Preiswettbewerb setzen insbesondere die europäischen Hersteller unter Druck. Zuwächse in Europa und den USA konnten den Rückgang nur teilweise ausgleichen. Weltweit lieferte BMW rund 551.000 Fahrzeuge aus, 6,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Der Umbau belastet das Schlussquartal

Zusätzlich verschärft BMW seine Restrukturierung. Ältere Fahrzeug- und Technologiegenerationen sollen mit dem Hochlauf der sogenannten Neuen Klasse früher auslaufen. Gleichzeitig will der Konzern organisatorische Strukturen vereinfachen und Personalkosten reduzieren.

Die zusätzlichen Maßnahmen führen im vierten Quartal zu erheblichen Sonderbelastungen. BMW senkte deshalb seine Prognose für die berichtete operative Marge im Automobilgeschäft auf minus 0,5 bis plus 0,5 Prozent. Zuvor hatte der Konzern noch ein bis drei Prozent erwartet. Allein die Portfolio- und Strukturmaßnahmen sollen die Jahresmarge um rund 2,5 Prozentpunkte belasten.

Ohne diese Sondereffekte rechnet BMW weiterhin mit einer operativen Marge von mehr als zwei Prozent. Die neue Prognose bedeutet deshalb nicht, dass das laufende Automobilgeschäft zwangsläufig defizitär wird.

Elektroautos bleiben ein Hoffnungsträger

Trotz der schwierigen Geschäftslage entwickelt sich der Elektroautoabsatz positiv. Im dritten Quartal lieferte BMW mehr als 110.000 vollelektrische Fahrzeuge aus, ein Zuwachs von 7,2 Prozent. Damit war bereits jedes fünfte verkaufte Fahrzeug rein elektrisch.

Die neuen Modelle der Neuen Klasse sollen diese Entwicklung beschleunigen. Der Konzern nimmt dafür kurzfristige Ergebnisbelastungen in Kauf, um langfristig wettbewerbsfähiger zu werden.

Für 2028 strebt BMW wieder eine operative Marge von drei bis fünf Prozent im Automobilgeschäft an. Zu Beginn des kommenden Jahrzehnts soll der frühere Zielkorridor von acht bis zehn Prozent erreicht werden.

Die aktuellen Zahlen verdeutlichen jedoch, wie kostspielig der technologische Umbau der deutschen Automobilindustrie geworden ist. Während die bisherigen Geschäftsmodelle unter Druck stehen, erfordert die nächste Fahrzeuggeneration hohe Investitionen und tiefgreifende strukturelle Veränderungen.

Stefanie S. Klief

Das könnte Sie auch interessieren:

Nach oben