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Amazon kauft Satellitenanbieter Globalstar – Angriff auf Starlink

11,6 Milliarden US-Dollar für mehr Kontrolle über globale Kommunikation

Amazon geht ins All: Mit der Milliarden-Übernahme von Globalstar baut der Konzern ein eigenes Satellitennetz auf. Ziel ist direkte Kommunikation für Smartphones – und der Angriff auf Starlink.

2 Min.

15.04.2026

Amazon baut seine Ambitionen im All massiv aus und übernimmt den Satellitenanbieter Globalstar. Der Deal hat ein Volumen von rund 11,6 Milliarden US-Dollar und gehört damit zu den größten Technologieübernahmen des Jahres.

Mit der Übernahme sichert sich Amazon nicht nur Satelliten, sondern vor allem ein entscheidendes strategisches Asset: Funkfrequenzen, Infrastruktur und die Fähigkeit, mobile Geräte direkt aus dem All zu verbinden.

Genau hier liegt der Kern des Deals. Künftig sollen Smartphones, Uhren und andere Geräte ohne klassische Mobilfunknetze kommunizieren können – direkt über Satelliten. Amazon plant, diese sogenannte »Direct-to-Devic«-Technologie ab 2028 großflächig einzusetzen.

Damit greift der Konzern frontal den aktuellen Marktführer an: SpaceX mit seinem Starlink-Netzwerk. Während Elon Musk bereits tausende Satelliten im Orbit betreibt, versucht Amazon nun aufzuholen – und sich gleichzeitig technologisch breiter aufzustellen.

Die strategische Dimension geht jedoch noch weiter. Durch den Deal wird Globalstar Teil von Amazons eigenem Satellitenprojekt »Le«, das langfristig ein globales Kommunikationsnetz schaffen soll – für Verbraucher, Unternehmen und staatliche Anwendungen.

Bemerkenswert ist auch die Rolle von Apple. Der iPhone-Hersteller hält rund 20 Prozent an Globalstar und nutzt dessen Satelliten bereits für Notfallfunktionen. Amazon hat angekündigt, diese Zusammenarbeit fortzuführen und weiter auszubauen.

Damit entsteht ein neues Machtgefüge im Tech-Sektor. Große Plattformkonzerne sichern sich zunehmend eigene Infrastruktur im All – nicht nur für Internetzugang, sondern für Daten, Kommunikation und digitale Dienste.

Der Deal zeigt, dass der Wettbewerb der Zukunft nicht mehr nur auf dem Boden stattfindet. Wer Kontrolle über globale Netze haben will, muss sie zunehmend selbst aufbauen – und zwar im Orbit.

Amazon macht mit der Übernahme klar: Der Kampf um die digitale Infrastruktur der nächsten Generation hat längst begonnen. Und er wird nicht nur zwischen Unternehmen geführt, sondern zwischen ganzen Ökosystemen.

SK

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