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Iran macht eingefrorene Milliarden zur Bedingung

Teheran fordert Zugang zu blockierten Auslandsvermögen vor weiteren Gesprächen mit den USA

3 Min.

31.05.2026

Die Außenminister Marco Rubio (USA) und Ishaq Dar (Pakistan), der als Vermittler fungiert

In den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran wird der Streit um eingefrorene Auslandsvermögen immer wichtiger. Nach Berichten iranischer Medien verlangt Teheran, dass unmittelbar nach einer vorläufigen Einigung 12 Milliarden US-Dollar freigegeben werden. Ohne Zugang zu diesen Geldern wolle der Iran offenbar nicht in die nächste Verhandlungsphase eintreten.

Die Summe ist Teil der 24 Milliarden US-Dollar, die im Zusammenhang mit möglichen Vereinbarungen über ein Rahmenabkommen genannt werden. Insgesamt sollen Schätzungen zufolge mehr als 100 Milliarden US-Dollar iranischer Vermögenswerte auf ausländischen Konten liegen, die durch Sanktionen ganz oder teilweise blockiert sind.

Geld als politischer Hebel

Für den Iran haben die eingefrorenen Mittel enorme Bedeutung. Das Land steht wirtschaftlich massiv unter Druck. Sanktionen, Inflation, Kriegskosten und internationale Isolation belasten Staatshaushalt, Bevölkerung und Währung. Der Zugang zu blockierten Geldern könnte Teheran kurzfristig finanziellen Spielraum verschaffen.

Genau deshalb ist die Freigabe politisch so umstritten. Aus iranischer Sicht handelt es sich um eigenes Geld, das durch Sanktionen unrechtmäßig blockiert werde. Aus westlicher Sicht sind die Gelder Teil des Drucks auf Teheran, insbesondere wegen des Atomprogramms, regionaler Konflikte und der Rolle iranischer Machtstrukturen.

USA halten sich bedeckt

Die US-Regierung äußert sich bislang zurückhaltend zu einer möglichen Freigabe der Gelder. Präsident Donald Trump hatte zuletzt eine »endgültige Entscheidung« angekündigt, konkrete Ergebnisse wurden jedoch zunächst nicht bekannt. Nach Berichten aus dem Umfeld der Gespräche könnte die Freigabe eingefrorener Vermögen Teil eines umfassenderen Verhandlungspakets werden.

Kritiker warnen allerdings, dass zusätzliche Milliarden den iranischen Machtapparat stärken könnten. Besonders umstritten ist die Frage, ob freigegebene Gelder tatsächlich der Bevölkerung zugutekommen oder zur Finanzierung von Militär, Revolutionsgarden und verbündeten Gruppen in der Region genutzt werden könnten.

Mehr als ein Finanzstreit

Der Konflikt zeigt, wie eng wirtschaftlicher Druck und Diplomatie miteinander verbunden sind. Sanktionen sollen Staaten zu Zugeständnissen bewegen. Gleichzeitig können blockierte Gelder selbst zum Preis für Verhandlungen werden. Genau diese Dynamik ist nun im Iran-Konflikt sichtbar.

Für Teheran ist der Zugang zu den Milliarden auch innenpolitisch wichtig. Die wirtschaftliche Lage im Land ist angespannt, viele Menschen leiden unter hoher Inflation und sinkender Kaufkraft. Eine Freigabe der Gelder könnte die Führung als diplomatischen Erfolg darstellen.

Verhandlungen bleiben fragil

Ob es tatsächlich zu einer Einigung kommt, bleibt offen. Zwar laufen intensive Gespräche über ein Rahmenabkommen und die Verlängerung der Waffenruhe. Doch der Streit um die eingefrorenen Vermögen zeigt, wie kompliziert der Weg zu einem Deal bleibt.

Für die USA ist das Geld ein Druckmittel. Für den Iran ist es eine Voraussetzung. Genau deshalb rücken die eingefrorenen Milliarden nun ins Zentrum der Diplomatie.

 

SK

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