Börse

Trump signalisiert Zinssenkungen unter möglichem Fed-Chef Warsh

Aussagen zur Notenbankführung schüren Erwartungen an lockerere Geldpolitik

Donald Trump erwartet Zinssenkungen unter möglichem Fed-Chef Kevin Warsh. Die Aussagen befeuern Börsenfantasie, werfen aber Fragen zur Unabhängigkeit der Notenbank auf.

2 Min.

05.02.2026

US-Präsident Donald Trump hat mit deutlichen Aussagen zur künftigen Führung der US-Notenbank neue Zinssenkungserwartungen an den Finanzmärkten geweckt. Trump erklärte gegenüber NBC News, er habe kaum Zweifel daran, dass die Federal Reserve unter einem möglichen neuen Vorsitzenden Kevin Warsh die Leitzinsen senken werde. Warsh verstehe seine Präferenz für niedrige Zinsen, so Trump. Ein Kandidat, der Zinserhöhungen angekündigt hätte, hätte den Posten nicht erhalten.

Hintergrund ist das bevorstehende Ende der Amtszeit von Jerome Powell, das im Mai ausläuft. Trump hatte Powell während dessen Amtszeit wiederholt öffentlich kritisiert und vergeblich auf deutlichere Zinssenkungen gedrängt. Warsh, ehemaliges Mitglied des Fed-Direktoriums, hat sich zuletzt offen für eine lockerere Geldpolitik gezeigt und damit die Erwartungen der Märkte zusätzlich befeuert. Seine Ernennung müsste allerdings noch vom US-Senat bestätigt werden.

Für die Börsen ist weniger die Personalie selbst als vielmehr die implizite politische Einflussnahme auf die Geldpolitik relevant. Trumps Aussagen werden an den Märkten als Signal gewertet, dass eine künftige Fed-Führung stärker auf wachstums- und marktfreundliche Zinspolitik setzen könnte. Entsprechend reagieren vor allem zinssensitive Segmente positiv, darunter Technologie- und Wachstumswerte sowie zinsempfindliche Immobilien- und Finanzaktien.

Gleichzeitig sorgt der Vorstoß für Verunsicherung bei Anleiheinvestoren. Marktbeobachter warnen, dass eine offen politisierte Geldpolitik Zweifel an der institutionellen Unabhängigkeit der Fed schüren könnte. Dies könnte sich langfristig in höheren Risikoaufschlägen, stärkeren Renditeschwankungen und erhöhter Volatilität an den US-Anleihemärkten niederschlagen.

Kurzfristig jedoch dominiert an den Börsen die Erwartung einer lockereren Geldpolitik, die Risikoanlagen stützt. Ob sich diese Hoffnung realisiert, hängt nicht nur von der Personalentscheidung, sondern auch von Inflation, Konjunkturdaten und der Zustimmung des Senats ab. Für Anleger bleibt die Fed-Nachfolge damit ein zentrales Kursthema der kommenden Monate.

SK

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