Der weltgrößte KI-Chiphersteller Nvidia hat seine Ambitionen im Bereich autonomes Fahren und Robotaxis konkretisiert. Auf der Technikmesse CES 2026 in Las Vegas präsentierte CEO Jensen Huang neue KI-Modelle und Chipplattformen, die nicht nur Rechenleistung für künstliche Intelligenz steigern sollen, sondern auch zentrale Komponenten für selbstfahrende Fahrzeuge und künftige Robotaxi-Dienste liefern könnten.
Huang bezeichnete die Vorstellung neuer KI-Modelle für autonome Fahrzeuge als einen »ChatGPT-Moment für physische KI« – ein Hinweis darauf, dass Maschinen bald nicht nur digitalen Input verarbeiten, sondern in der realen Welt mitdenken, interpretieren und handeln. Für autonome Fahrzeuge bedeutet das: KI-Systeme, die selbst komplexe Verkehrssituationen analysieren und koordinierte Entscheidungen treffen können.
Parallel stellte Nvidia neue KI-Chips vor, die deutlich höhere Rechenleistung, Effizienz und Skalierbarkeit bieten sollen. Diese Plattformen sind dafür ausgelegt, sowohl datenintensive Anwendungen im Rechenzentrum als auch die anspruchsvollen Aufgaben des autonomen Fahrens zu bewältigen – inklusive Echtzeit-Sensorfusion und Entscheidungsfindung im Fahrzeug.
Noch konkreter wird die Vision beim autonomen Fahren: Nvidia plant, gemeinsam mit ausgewählten Industriepartnern bis 2027 einen Robotaxi-Dienst auf die Straße zu bringen. Eine zentrale Rolle spielt dabei Mercedes-Benz. Der deutsche Automobilhersteller dient Nvidia nicht nur als Testpartner, sondern als technologischer Referenz-OEM für die Integration der KI-Plattformen in seriennahe Fahrzeuge.
Bereits heute demonstrieren Nvidia und Mercedes-Benz gemeinsam, wie KI-gestützte Systeme Verkehrszeichen, Ampeln, Fußgänger und komplexe Verkehrssituationen zuverlässig erkennen und interpretieren. Die Tests basieren auf Fahrzeugarchitekturen und Assistenzsystemen „Made in Germany“ – ein bewusstes Signal, dass Nvidia beim autonomen Fahren nicht allein auf Software setzt, sondern auf die industrielle Umsetzungskompetenz europäischer Hersteller zurückgreift.
Die geplanten Robotaxis sollen als marktfähige Mobilitätslösung dienen und zugleich den technologischen Übergang von hochentwickelten Assistenzsystemen hin zu vollständig autonomen Fahrzeugen vorbereiten. Ab 2028 bis 2030 will Nvidia die Technologie schrittweise auch in Privatfahrzeuge überführen.
Der Schulterschluss mit Mercedes-Benz unterstreicht den strategischen Anspruch Nvidias, sich über die Rolle des reinen Chip- und Plattformanbieters hinaus als integraler Technologiepartner der Automobilindustrie zu etablieren. Autonomes Fahren gilt als eines der wichtigsten Zukunftsfelder der Mobilitätsbranche, mit erheblichem Einfluss auf Verkehrsströme, urbane Infrastruktur und Geschäftsmodelle.
Während Wettbewerber wie Waymo oder WeRide eigene Robotaxi-Flotten aufbauen, setzt Nvidia auf ein Partnernetzwerk aus etablierten Herstellern. Dass dabei ein deutscher Premiumhersteller eine Schlüsselrolle spielt, ist kein Zufall: Für Nvidia wird »Made in Germany« zum industriellen Ankerpunkt für den globalen Rollout autonomer Mobilitätslösungen.
SK