Iranischer Außenminister Abbas Araghchi
Die US-Börsen haben neue Rekordstände erreicht, obwohl die geopolitische Lage im Nahen Osten weiterhin angespannt bleibt. Auslöser der Rally sind Hoffnungen auf eine mögliche Einigung zwischen den USA und dem Iran sowie der anhaltende Boom rund um Künstliche Intelligenz.
Der Dow Jones stieg um 1,2 Prozent auf knapp 49.911 Punkte, während der Nasdaq und der S&P 500 neue Höchststände markierten. Parallel dazu sackten die Ölpreise zeitweise um mehr als 12 Prozent ab. Brent-Rohöl fiel zwischenzeitlich unter die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel.
Hintergrund sind Berichte über mögliche Fortschritte bei Gesprächen zwischen Washington und Teheran. Laut Vermittlerkreisen könnte ein neues Memorandum zur Deeskalation vorbereitet werden. US-Präsident Donald Trump sprach zuletzt selbst von „großen Fortschritten“ und stellte sogar eine zeitweise Aussetzung des US-Geleitschutzes für Handelsschiffe in der Straße von Hormus in Aussicht.
Die Reaktion der Märkte fiel entsprechend deutlich aus. Anleger setzen darauf, dass sich die Gefahr einer weiteren Eskalation im Nahen Osten reduziert und damit auch Risiken für die globale Energieversorgung sinken.
Für die Weltwirtschaft hätte eine Entspannung erhebliche Bedeutung. Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Öltransportrouten weltweit. Jede Stabilisierung der Lage wirkt sich direkt auf Energiepreise, Inflation und Transportkosten aus.
Gleichzeitig treibt weiterhin die KI-Euphorie die Märkte. Besonders Technologie- und Halbleiterwerte legten deutlich zu. Aktien von AMD schossen nach optimistischen Prognosen um fast 19 % nach oben, Nvidia gewann knapp 6 Prozent.
Die Kombination aus sinkenden Ölpreisen und anhaltendem KI-Boom sorgt aktuell für eine seltene Konstellation: Anleger erwarten gleichzeitig niedrigeren Inflationsdruck und hohe Gewinnchancen im Technologiesektor.
Allerdings warnen Analysten vor zu viel Euphorie. Eine endgültige Einigung mit dem Iran steht weiterhin aus, und jede neue Eskalation könnte die Ölpreise schnell wieder steigen lassen.
Die Entwicklung zeigt damit, wie stark die Finanzmärkte derzeit von geopolitischen Hoffnungen und Technologietrends zugleich getrieben werden – und wie eng Energiepreise, Geldpolitik und KI-Euphorie inzwischen miteinander verflochten sind.
SK