Börse

KI-Aktien brechen ein: Asiens Börsen im Sturzflug

Südkoreas Kospi verliert 7,6 Prozent, Japans Nikkei knapp fünf Prozent. Besonders hart trifft es die großen Chiphersteller.

2 Min.

15.10.2026

An den asiatischen Aktienmärkten ist es am Donnerstag zu einem massiven Ausverkauf gekommen. Vor allem die bislang vom Boom Künstlicher Intelligenz profitierenden Technologieunternehmen gerieten unter Druck. Auslöser sind überraschend hohe US-Inflationszahlen und wachsende Zweifel an der Rentabilität milliardenschwerer KI-Investitionen.

Südkoreas Börse setzt Handel vorübergehend aus

Der südkoreanische Leitindex Kospi brach heute um 7,6 Prozent auf 5.554 Punkte ein. Zwischenzeitlich erreichten die Verluste sogar 9,3 Prozent, woraufhin der Börsenhandel für 20 Minuten unterbrochen wurde.

Besonders heftig traf es die beiden Chipkonzerne Samsung Electronics und SK Hynix. Ihre Aktien verloren 9,5 beziehungsweise 11,1 Prozent. Ausländische Investoren zogen umgerechnet rund 2,7 Milliarden Dollar aus südkoreanischen Aktien ab.

Auch Japan blieb vom Ausverkauf nicht verschont. Der Nikkei 225 schloss knapp 4,9 Prozent tiefer. Die Aktien von SoftBank, Tokyo Electron und Kioxia verzeichneten besonders deutliche Verluste. In Taiwan gab der Leitindex Taiex um 3,4 Prozent nach.

US-Inflation verstärkt Zweifel am KI-Boom

Die amerikanische Inflationsrate stieg im September auf 3,7 Prozent und lag damit über den Erwartungen. Anleger befürchten deshalb weitere Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed. Höhere Finanzierungskosten könnten insbesondere kapitalintensive KI-Projekte belasten.

Zugleich wächst die Unsicherheit darüber, wann sich die milliardenschweren Investitionen in Rechenzentren und künstliche Intelligenz tatsächlich auszahlen werden.

Dass die Nachfrage nach Chips weiterhin hoch ist, zeigen allerdings die Geschäftszahlen von TSMC. Der taiwanische Halbleiterhersteller meldete einen Rekordquartalsgewinn von umgerechnet rund 23,6 Milliarden Dollar – ein Plus von 69 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die Börsenreaktion verdeutlicht damit weniger einen nachgewiesenen Einbruch des KI-Geschäfts als vielmehr die Nervosität der Investoren angesichts hoher Bewertungen und steigender Finanzierungskosten.

Stefanie S. Klief

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