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NOVENTIcare: Das Interview mit Julius Knoche

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Die BoS&S GmbH, Innovationstreiber in Fragen der Digitalisierung des Pflegemarktes, firmiert zukünftig unter dem Namen NOVENTIcare und rückt damit näher an den Mutterkonzern heran. So sollen den Markt betreffende Synergieeffekte gestärkt und die Marktführerschaft der NOVENTI Group weiter ausgebaut werden. Ein Gespräch mit Julius Knoche, Geschäftsführer der NOVENTIcare.

Am 15. April hat die BoS&S GmbH bekannt gegeben, zukünftig unter dem Namen NOVENTIcare zu firmieren. Was war der Auslöser dafür?

Bereits seit 2017 ist die BoS&S GmbH eine hundertprozentige Tochter der NOVENTI Group. Durch die nun auch visuelle Eingliederung verdeutlicht die NOVENTI Group ganz bewusst, dass sie den Pflegemarkt als tragenden Bestandteil des deutschen Gesundheitssystems sieht und den Markt auch zukünftig weiter aktiv mitgestalten möchte. Die Software der NOVENTIcare ist ein ERP für die Pflegeeinrichtungen und somit der Motor für die weitere Digitalisierung der Branche. Eine akteursübergreifende Vernetzung mit Mehrwert für Leistungserbringer und Patienten beginnt auch im Gesundheitsmarkt bei den täglich vor Ort gelebten Prozessen.

In den letzten zwei Jahren haben wir einiges unternommen, um sowohl das Unternehmen als auch das Produkt weiterzuentwickeln. Der Markt ist leider noch nicht derart kundenorientiert wie man das normalerweise aus anderen Märkten für Branchensoftware gewohnt ist. Genau hier möchten wir uns zukünftig noch deutlicher abheben. Dass unser Expertenteam den richtigen Weg geht, spiegelt sich auch in Kunden- und Mitarbeiterbefragungen wider. Besonders die Werte für die Kundenzufriedenheit haben sich von 2018 auf 2019 mehr als verdoppelt. Diese Begeisterung durch den neuen Namen zu untermauern, schien logisch.

Wie wurde die Nachricht am Markt aufgenommen?

Der Wettbewerb scheint aktuell sehr genau hinzuschauen was wir tun. Das werte ich als Zeichen, dass wir einiges richtig machen. Die NOVENTI Group ermöglicht es uns, durch die marktumspannende Expertise und einmalige strukturelle Leistungsfähigkeit als Innovationstreiber in einem sehr dynamischen Markt zu agieren. Auch unsere Kunden haben in den letzten Jahren bereits viel Vertrauen in die Marke NOVENTI aufgebaut und unterstützen den Markenwechsel. Die Marke NOVENTI hat im Gesundheitswesen aktuell eine starke Strahlkraft und lässt die Gruppe offensiv als zuverlässigen Marktgestalter, beispielsweise in Fragen der Digitalisierung, in Erscheinung treten. Durch den offenen Brief an den Präsidenten der USA zur UN-Klimakonferenz 2019 oder das kurzfristige Einspringen als Hauptsponsor der NOVENTI Open (ehem. Gerry Weber Open) ist der Name NOVENTI zudem auch weit über den Gesundheitsmarkt hinaus bekannt geworden.

Darüber hinaus ist auch das Marktumfeld im letzten Jahr durch zahlreiche Aktionen immer wieder mit dem Namen NOVENTI in Kontakt gekommen. Ein Beispiel dafür ist die aktuelle „Initiative gegen Corona”. Mit dem Kampagnenmotiv „Hamster brauchen Pflege. Aber Pflege braucht kein Hamstern.“ wird öffentlichkeitswirksam auf die aktuelle Beschaffungsproblematik von Schutzausrüstung im Pflegebereich hingewiesen, die Bevölkerung sensibilisiert und zum maßvollen Kauf angehalten.

Wie sieht der deutsche Pflegemarkt zukünftig aus? Auf welchen Bereichen wird ein stärkerer Fokus liegen?

Der deutsche Pflegemarkt ist fragmentiert, komplex und im Wandel. Langzeitprognosen basieren daher meist auf Hochrechnungen der aktuellen Problembeschreibungen. Konkrete Zukunftsprognosen sind schwierig. Was ich mir definitiv wünschen würde, ist, dass die in der Corona-Krise gezeigte Wertschätzung für Pflegeberufe im Nachgang auch zu einer ernsthaften Verbesserung der Arbeitsbedingungen führt.

Klatschen für die plötzlich zu “Helden” stilisierten Pflegekräfte ist sicherlich ein starkes Zeichen. Um politischen Handlungsdruck aufzubauen und damit für ernsthafte Reformen zu sorgen, wird es aber mehr bedürfen. Schön wäre es, wenn auch nach der akuten Krise ein breiter Teil der Bürger*innen ähnlich lautstark Reformen in der Pflege einfordert.

Wie gehen Sie mit der aktuellen Corona-Pandemie um?

Wir versuchen die möglichen Auswirkungen zu evaluieren und unsere Kunden und deren Klienten vor diesen bestmöglich zu schützen. So hatten wir unsere Teilnahme an der größten Leitmesse der Pflegebranche frühzeitig abgesagt. Unsere Kunden sind essentiell für die Versorgung vieler Risikopatienten und täglich in Kontakt mit diesen. Eine Infektion oder ein umfassender Ausfall aufgrund von Quarantänemaßnahmen hätte die Versorgungslage gefährden können. Wir arbeiten auch bereits seit Anfang März nahezu vollständig aus dem Homeoffice, um mögliche unternehmensinterne Infektionswege, die sich in Richtung unserer Kunden fortsetzen könnten, auszuschließen.

Wir bieten unseren Kunden eine “Corona-Direkthilfe-Hotline“. Speziell geschulte und aus der Pflegepraxis kommende Mitarbeiter*innen dienen als erster Anlaufpunkt für Kunden, bei denen Verwaltungskräfte oder gar die PDL ausgefallen sind. Wir suchen dann individuell und unbürokratisch nach Lösungen und bieten Hilfe bei der Abrechnung oder anderen organisatorischen Aufgaben an, um den Dienst zu entlasten. Damit Mitarbeiter*innen auch im Quarantänefall von zuhause aus arbeitsfähig sind, bieten wir an, lokale Installationen beim Kunden vor Ort kostenlos und per Fernwartung in unser Rechenzentrum umzuziehen.

Viele Pflegedienste aktivieren inzwischen alle verfügbaren Mitarbeiter*innen, um die Versorgung ihrer Klienten aufrecht erhalten zu können. Mehr aktive Mitarbeiter bedeutet oft, dass die bestehenden Lizenzen nicht ausreichen. Um teure Nachlizensierungen zu vermeiden, bieten wir unseren Kunden daher zeitlich begrenzt günstige und monatlich kündbare Mietlizenzen an.

Unsere Mitarbeiter geben jeden Tag ihr Bestes, um unsere Kunden in der Krise zu unterstützen, wir verzichten daher auch auf Kurzarbeit oder Entlassungen.

Was für Lösungen kann die Digitalisierung bieten um künftig besser auf Pandemien reagieren zu können?

Ich denke es zeigt sich, dass gerade die Digitalisierung im Epidemiefall ein wichtiger Bestandteil zur Risikominimierung sein kann. Gut ausgebaute digitale Versorgungsangebote können die akuten Beschränkungen und Gefahren einer lokal zentralisierten und persönlichen Betreuung teilweise kompensieren. Telemedizin kann beispielsweise das Ansteckungspotential im System verringern und dazu beitragen, lokale Lastspitzen im Gesundheitssystem zu kompensieren.

Die Digitalisierung ist aber kein Allheilmittel und kann den Menschen vor Ort lediglich unterstützen. Wir möchten Pflegern und Pflegerinnen durch unsere Software wieder mehr Zeit am Patienten ermögliche, indem wir Verwaltungs- und Dokumentationsaufwände reduzieren.

Bildquelle: NOVENTIcare

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