Das OMR Festival hat seine Rolle als eines der wichtigsten Events der europäischen Digital- und Marketingbranche weiter ausgebaut. Mehr als 70.000 Besucher kamen in diesem Jahr auf das Hamburger Messegelände, insgesamt reisten laut Veranstalter rund 85.000 Menschen im Rahmen des Festivals nach Hamburg. Über 1.000 Aussteller und Partner sowie mehr als 800 Speaker beteiligten sich an der Veranstaltung. Nach Angaben von OMR stammten mehr als 20 Prozent der Gäste aus dem Ausland – so viele wie noch nie in der 15-jährigen Geschichte des Festivals.
Im Mittelpunkt der diesjährigen Ausgabe standen vor allem die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen der Digitalisierung. Besonders intensiv diskutiert wurden die Themen künstliche Intelligenz, digitale Souveränität Europas sowie die geopolitischen Spannungen zwischen den USA, China und Europa.
Bundesfinanzminister und Vizekanzler Lars Klingbeil sprach sich in Hamburg für ein selbstbewussteres Europa aus. Europa müsse unabhängiger werden und dürfe seine Zukunft weder von China noch von den USA bestimmen lassen. Gleichzeitig kündigte Klingbeil an, die Finanzierung von Scale-ups stärken zu wollen, da Deutschland insbesondere in Wachstumsphasen Nachholbedarf habe.
Auch Schwarz Digits-Co-CEO Rolf Schumann warb für mehr digitale Eigenständigkeit Europas. Künstliche Intelligenz sei das „Betriebssystem der Zukunft“, entscheidend seien jedoch vor allem die Daten, mit denen KI-Systeme trainiert würden. Europa müsse dabei seine eigenen Werte und Datenschutzstandards sichern.
Das Thema künstliche Intelligenz prägte weite Teile des Programms. Anders als im Vorjahr standen dabei nicht nur technologische Möglichkeiten im Vordergrund, sondern zunehmend auch Fragen nach Regulierung, Datenschutz und gesellschaftlichen Folgen. Nick Turley prognostizierte einen Wandel hin zu proaktiven KI-Systemen, die künftig selbstständig Aufgaben übernehmen und Nutzer aktiv unterstützen könnten.
Kritisch äußerte sich dagegen Meredith Whittaker. Sie warnte vor einem sorglosen Umgang mit persönlichen Daten und verwies auf wachsende Sorgen vieler Nutzer über die Auswirkungen KI-gestützter Technologien. Auch Josephine Ballon thematisierte Risiken digitaler Gewalt und forderte strengere Maßnahmen gegen sexualisierte Deepfakes.
Neben politischen und technologischen Debatten setzte das Festival erneut auf prominente Namen aus Wirtschaft, Medien und Unterhaltung. Heidi Klum sprach über ihre Karriere und ihre unternehmerische Entwicklung, während NFL-Legende Tom Brady Einblicke in Leadership, Leistungsdruck und den wachsenden europäischen Markt der NFL gab.
Mit dem OMR Festival 2026 unterstreicht die Hamburger Veranstaltung erneut ihren Anspruch, zentrale Trends der internationalen Digitalwirtschaft nicht nur abzubilden, sondern aktiv mitzugestalten. Gleichzeitig kündigte OMR eine Erweiterung des Festivals an: Die Ausgabe 2027 soll erstmals über drei Tage laufen. Der Vorverkauf für das nächste Festival vom 3. bis 5. Mai 2027 hat bereits begonnen.
Mit Hilfe von KI erstellt