Straße von Hormus nahe Khasab im Oman
Der Krieg im Nahen Osten erreicht über Öl, Diesel und Transportkosten inzwischen die Inflationsdaten. Gleichzeitig wachsen China und Teile der Digitalwirtschaft kräftiger als erwartet. Die Börsen stehen damit vor einem ungewöhnlichen Problem: Nicht wirtschaftliche Schwäche, sondern die Kosten wirtschaftlicher Widerstandsfähigkeit bestimmen die Kurse.
Noch vor zwei Wochen erreichte der DAX ein neues Allzeithoch. Inzwischen hat sich das Bild deutlich verändert.
Der deutsche Leitindex beendete den Freitag zwar mit einem Plus von 0,82 Prozent bei 25.568,56 Punkten. Auf Wochensicht verlor er jedoch 1,83 Prozent und liegt damit fast 4 Prozent unter seinem Rekord vom 28. August. Europas STOXX 600 legte am Freitag ebenfalls um 0,5 Prozent zu, verbuchte aber den stärksten Wochenverlust seit Anfang Juli. An der Wall Street stiegen S&P 500, Nasdaq und Dow am Freitag jeweils kräftig – trotzdem verlor der S&P 500 über die Woche 0,8 Prozent, der Nasdaq 0,7 Prozent.
Das Muster ähnelt damit der Vorwoche. Doch die wirtschaftliche Geschichte dahinter ist inzwischen klarer geworden. Was zunächst als geopolitischer Ölpreisschock begann, erreicht die Inflationsdaten. Die Inflationsdaten erreichen die Notenbanken. Und deren Reaktion erreicht über steigende Anleiherenditen praktisch jede Anlageklasse.
Am Donnerstag erhöhte die Europäische Zentralbank ihre Zinsen.
Am Freitag stieg nach den amerikanischen Verbraucherpreisen die vom Markt eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung in der kommenden Woche auf fast 90 Prozent.
Damit ist aus einer Krise am Energiemarkt ein globales Finanzmarktthema geworden.
Die EZB macht den ersten Schritt
Die Europäische Zentralbank erhöhte am Donnerstag ihren Einlagensatz um 25 Basispunkte auf 2,50 Prozent. Es war bereits die zweite Zinserhöhung in diesem Jahr. Die Begründung liegt vor allem in den Energiepreisen.
Die Inflation im Euroraum war im August auf mehr als 3 Prozent gestiegen und liegt damit wieder deutlich oberhalb des 2-Prozent-Ziels der EZB. Für Deutschland wurde die harmonisierte Inflationsrate am Donnerstag mit 2,9 Prozent bestätigt, nach 2,8 Prozent im Juli.
Dabei ist die Situation differenzierter, als die Gesamtinflation vermuten lässt. Die Kerninflation und der Lohndruck entwickeln sich wesentlich ruhiger. Bislang gibt es deshalb keine eindeutigen Hinweise darauf, dass aus dem Energiepreisschock bereits eine breite Lohn-Preis-Spirale entsteht.
Der Grund, wieso sich die EZB vorsichtig bewegt.
Sie muss verhindern, dass sich höhere Öl- und Gaspreise dauerhaft in anderen Preisen festsetzen – ohne eine ohnehin fragile europäische Konjunktur mit zu hohen Zinsen unnötig abzuwürgen.
Die neuen Projektionen zeigen dieses Dilemma deutlich.
Die EZB erhöhte ihre Wachstumsprognose für den Euroraum 2026 leicht von 0,8 auf 0,9 Prozent und für 2027 von 1,2 auf 1,4 Prozent. Gleichzeitig erwartet sie nun für 2027 eine durchschnittliche Inflation von 2,5 Prozent statt bislang 2,3 Prozent.
Ausgerechnet die robuste Wirtschaft macht höhere Zinsen möglich
Damit setzt sich ein Muster fort, das die Börsen bereits seit Wochen beschäftigt. Die Weltwirtschaft bricht trotz Krieg, Energiepreisschock und hoher Finanzierungskosten nicht ein. Das ermöglicht es den Notenbanken, die Inflation aggressiver zu bekämpfen.
In den USA wurde diese Logik in dieser Woche besonders deutlich.
Am Donnerstag meldete das Arbeitsministerium einen Anstieg der Erzeugerpreise um 0,4 Prozent im August. Gegenüber dem Vorjahr lagen die Produzentenpreise sogar 5,4 Prozent höher. Besonders kräftig verteuerte sich Energie mit einem Monatsplus von 4,2 Prozent.
Am Freitag folgte der Verbraucherpreisindex. Die Verbraucherpreise stiegen gegenüber Juli um 0,4 Prozent und gegenüber dem Vorjahr um 3,4 Prozent. Benzin verteuerte sich innerhalb eines Monats um 3,9 Prozent, Diesel sogar noch stärker. Auch die Kerninflation legte um 0,3 Prozent zu.
Damit wird der Energieschock zunehmend sichtbar. Und der Markt reagierte unmittelbar.
Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Federal Reserve in der kommenden Woche stieg am Terminmarkt auf rund 87 bis 90 Prozent.
Noch vor wenigen Monaten diskutierten Anleger darüber, wann die Fed ihre Zinsen senken könnte. Inzwischen geht es darum, wie weit sie wieder steigen müssen.
Der Ölpreis bleibt der Ausgangspunkt der Kette
Dafür genügt ein Blick auf den Ölmarkt. Brent-Rohöl beendete den Freitag zwar nach einem Rückgang bei 104,61 Dollar je Barrel. Auf Wochensicht verteuerte sich die Nordseesorte dennoch um mehr als 8 Prozent. US-Öl der Sorte WTI schloss bei 100,05 Dollar.
Zwischenzeitlich waren die Preise noch deutlich höher gestiegen. Der Grund bleibt die Versorgungslage im Nahen Osten.
Der Krieg und die Angriffe auf Tanker, Pipelines und andere Energieinfrastruktur haben die Ölversorgung erheblich eingeschränkt. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur dürfte die globale Ölproduktion 2026 deshalb um 5,7 Millionen Barrel pro Tag zurückgehen – rund 6 Prozent. Die saudische Produktion ist auf etwa 6 Millionen Barrel täglich und damit auf den niedrigsten Stand seit mehr als 30 Jahren gefallen.
Noch dramatischer entwickelt sich teilweise der Markt für raffinierte Produkte. In den USA erreichte Diesel Rekordpreise von mehr als 6 Dollar je Gallone. Damit wird klar, warum die Notenbanken den Ölpreis nicht einfach als vorübergehendes geopolitisches Ereignis behandeln können.
Und wenn Unternehmen diese Kosten weitergeben, wird aus einem Ölpreisschock allgemeine Inflation.
Selbst der Transport des Öls wird zum Inflationsfaktor
Inzwischen kommt ein zweites Problem hinzu. Nicht nur das Öl selbst wird teurer. Auch sein Transport kostet erheblich mehr.
Nach den jüngsten Angriffen auf Schiffe im Umfeld der Straße von Hormus sind die Frachtraten für große Öltanker auf Rekordstände gestiegen. Für einen Very Large Crude Carrier auf der Route vom Golf von Oman nach China entspricht die Frachtrate inzwischen rund 11,50 Dollar je transportiertem Barrel.
Die Lage verschärfte sich zusätzlich, nachdem die Huthi die strategisch gelegene Insel Perim in der Meerenge Bab al-Mandab erreichten.
Damit geraten gleichzeitig zwei der wichtigsten Seewege für den weltweiten Energiehandel unter Druck: die Straße von Hormus und die Verbindung zwischen Rotem Meer und Golf von Aden.
Für die Weltwirtschaft ist das ein Unterschied:
Ein kurzfristiger Ölpreisanstieg kann sich wieder zurückbilden. Steigen aber gleichzeitig Versicherungs-, Fracht- und Umleitungskosten dauerhaft, wird aus dem Rohstoffschock ein logistischer Kostenschock.
Diese zweite Runde beginnt die Börse zunehmend einzupreisen.
Die Anleihemärkte tragen den eigentlichen Stress
Am deutlichsten zeigt sich diese Neubewertung deshalb nicht bei Aktien, sondern bei Staatsanleihen.
Steigende Inflations- und Zinserwartungen haben die Renditen weltweit nach oben getrieben. In den USA näherte sich die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen zeitweise der Marke von fünf Prozent. Auch europäische Anleihen gerieten nach der EZB-Entscheidung unter Druck.
Damit wirkt der Energieschock gleich doppelt. Er erhöht unmittelbar die Kosten für Unternehmen und Verbraucher. Und er verteuert über höhere Zinsen zusätzlich die Finanzierung. Diese zweite Wirkung ist für die Börsen besonders wichtig.
Denn Staatsanleiherenditen bilden die Grundlage für zahllose andere Finanzierungskosten – von Unternehmensanleihen über Immobilienkredite bis zur Bewertung künftiger Unternehmensgewinne.
In den USA stieg der durchschnittliche Zins für 30-jährige Hypotheken inzwischen auf 6,76 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit mehr als 14 Monaten.
Der Zinsschock verlässt damit längst die Finanzmärkte. Er erreicht die Realwirtschaft.
Iranische Handelsschiffe vor Kong im Süden Irans am 21. Juni 2026. Die Straße von Hormus ist ein zentrales Nadelöhr des globalen Energiehandels und ein direkter Übertragungsweg geopolitischer Spannungen auf Transportkosten und Inflation.
Deutschland bekommt beide Seiten gleichzeitig zu spüren
Für Deutschland ist diese Entwicklung besonders unangenehm.
Die jüngsten Daten bestätigen, dass die wirtschaftliche Erholung weiterhin fragil ist. Die deutsche Industrieproduktion sank im Juli überraschend um 1,1 Prozent gegenüber dem Vormonat. Besonders die Automobilproduktion und andere energieintensive Bereiche belasteten. Damit relativiert sich ein Teil der besseren Stimmungsindikatoren aus den vergangenen Wochen.
Deutschland befindet sich weiterhin in einer eigenartigen Zwischenphase. Auftragseingänge und Geschäftserwartungen haben sich teilweise verbessert. Gleichzeitig bleiben Produktion, Investitionen und Teile des Arbeitsmarktes schwach.dieser Phase treffen nun erneut höhere Energie- und Finanzierungskosten auf die Industrie.
Das erklärt einen Teil der schwächeren Entwicklung des DAX. Seit seinem Rekord am 28. August hat der Index fast 4 Prozent verloren. Der Rückgang ist damit nicht allein eine Reaktion auf schlechte deutsche Konjunkturdaten. Er ist auch eine Neubewertung der Bedingungen, unter denen eine deutsche Erholung überhaupt stattfinden müsste.
China zeigt dagegen, wie stark die globale Nachfrage noch ist
Ein völlig anderes Signal kam in dieser Woche aus China.
Die chinesischen Exporte stiegen in den ersten acht Monaten des Jahres gegenüber dem Vorjahr um 25 Prozent. Die Importe legten sogar um 28,2 Prozent zu. Der Handelsüberschuss erreichte 119,09 Milliarden Dollar. Besonders stark entwickelte sich der Handel mit Hightech-Produkten.
Chinas Exporte entsprechender Güter stiegen um 42,9 Prozent. Halbleiter und Fahrzeuge gehörten zu den wichtigsten Treibern. Das ist für die globale Börsenlage aus zwei Gründen relevant:
Erstens zeigt es, dass die internationale Nachfrage trotz hoher Zinsen und geopolitischer Spannungen keineswegs kollabiert.
Zweitens verringern solche Daten den Druck auf Peking, seine Wirtschaft mit noch aggressiveren geldpolitischen Maßnahmen zu stützen.
Auch hier gilt also dieselbe paradoxe Logik:
Stärkere Wirtschaftsdaten reduzieren die Wahrscheinlichkeit billigen Geldes.
KI bleibt Wachstumsmotor – und Kapitalfresser
Dasselbe Spannungsfeld lässt sich inzwischen bei den großen Technologieunternehmen beobachten.
Oracle legte in dieser Woche starke Zahlen vor. Besonders der Auftragsbestand im Cloudgeschäft sorgte zunächst für Begeisterung. Der gesamte Umsatzbestand wuchs um weitere 26 Milliarden Dollar auf 664 Milliarden Dollar. Doch die Aktie konnte ihre anfänglichen Gewinne nicht halten und schloss am Freitag rund zwei Prozent schwächer.
Der Grund liegt im Kapitalbedarf. Oracle investiert Milliarden in Rechenzentren und KI-Infrastruktur und will allein in diesem Geschäftsjahr rund 40 Milliarden Dollar über Fremd- und Eigenkapital aufnehmen. Der freie Cashflow lag zuletzt bei minus 5,4 Milliarden Dollar.
Damit wird Oracle fast zum Lehrbuchbeispiel für das neue Problem des KI-Booms. Die Nachfrage ist real. Das Wachstum ist real. Aber die dafür notwendige Infrastruktur ist enorm teuer.
Je höher die Zinsen steigen, desto kritischer fragen Anleger deshalb, wann aus gigantischen Investitionen tatsächlich entsprechender Cashflow entsteht.
Das unterscheidet die aktuelle Phase zunehmend von der ersten KI-Euphorie. Damals genügte die Aussicht auf Wachstum. Heute wird dessen Finanzierung mitgerechnet.
Adobe zeigt die zweite Seite des KI-Wettbewerbs
Auch Adobe lieferte in dieser Woche ein ähnliches Bild.
Der Softwarekonzern erzielte im dritten Quartal 6,76 Milliarden Dollar Umsatz und übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Die wiederkehrenden Erlöse aus KI-orientierten Produkten haben sich gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Trotzdem verlor die Aktie nachbörslich rund zwei Prozent.
Der Ausblick auf das vierte Quartal blieb etwas hinter den Erwartungen zurück. Dahinter steckt nicht nur die allgemeine Zinsfrage. Adobe steht gleichzeitig unter wachsendem Konkurrenzdruck durch neue KI-basierte Designangebote.
Damit verändert künstliche Intelligenz die Börse inzwischen auf zwei Ebenen. Sie schafft neue Wachstumsfelder. Und sie bedroht etablierte Geschäftsmodelle.
Die Gewinner des KI-Booms werden deshalb nicht automatisch diejenigen Unternehmen sein, die heute bereits große Software- oder Technologiekonzerne sind.
Gold verliert trotz Krieg und Inflation
Besonders interessant ist vor diesem Hintergrund die Entwicklung des Goldpreises. Eigentlich besitzt Gold derzeit fast alle klassischen Argumente auf seiner Seite.
Trotzdem verlor das Edelmetall auf Wochensicht rund 1,5 Prozent und verzeichnete damit bereits die dritte Verlustwoche in Folge. Am Freitag erholte sich der Spotpreis zwar wieder auf rund 4.360 Dollar je Feinunze.
Der Grund liegt erneut bei den Zinsen. Gold wirft keine laufenden Erträge ab. Steigen die Renditen sicherer Staatsanleihen, erhöhen sich deshalb die Opportunitätskosten einer Goldanlage. Das macht die aktuelle Bewegung bedeutsam.
Der klassische sichere Hafen wird durch geopolitische Risiken gestützt. Gleichzeitig schwächen genau dieselben geopolitischen Risiken Gold, weil sie den Ölpreis, die Inflation und damit die Zinsen nach oben treiben. Selbst Gold kann sich der geldpolitischen Kausalkette derzeit nicht entziehen.
Über allem wächst ein zweites Zinsproblem
Neben Inflation und Energiepreisen bleibt ein weiterer Faktor im Hintergrund: die amerikanische Staatsverschuldung.
Das Haushaltsdefizit der USA lag in den ersten elf Monaten des laufenden Fiskaljahres bereits bei 1,97 Billionen Dollar und damit höher als das gesamte Defizit des Vorjahres von 1,775 Billionen Dollar.
Besonders relevant für die Finanzmärkte sind die Zinskosten. Die staatlichen Zinsausgaben liegen seit Beginn des Fiskaljahres bereits 143 Milliarden Dollar beziehungsweise 13 Prozent höher als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Damit entsteht ein selbstverstärkender Mechanismus:
Der Markt kämpft deshalb nicht nur mit der Frage, wie hoch die Notenbanken ihre Leitzinsen setzen. Er fragt zunehmend auch, welchen Preis Investoren verlangen, um Staaten überhaupt langfristig Geld zu leihen.
Die gemeinsame Geschichte dieser Woche liegt nicht an der Börse
Die einzelnen Schlagzeilen könnten kaum unterschiedlicher aussehen.
Dadurch können die Notenbanken die Inflation weiter bekämpfen. Gleichzeitig sorgt die geopolitische Lage dafür, dass Energie und Transport wieder teurer werden.
Damit treffen drei Kräfte aufeinander:
Für Aktien ist diese Kombination anspruchsvoller als eine klassische Rezessionserwartung. Denn bei einer Rezession können Notenbanken irgendwann die Zinsen senken. Bei einer robusten Wirtschaft mit hoher Inflation können sie das nicht.
Die zentrale Frage der Börsen lautet deshalb längst nicht mehr:
Wann kommt die nächste Zinssenkung?
Sondern:
Wie weit müssen die Zinsen steigen, bevor die Wirtschaft tatsächlich schwächer wird?
Was in der kommenden Woche wichtig wird
Die Antwort könnte bereits in der kommenden Woche ein Stück näher rücken.
Am Mittwoch, dem 16. September, entscheidet die Federal Reserve über ihre Geldpolitik. Nach den Inflationsdaten vom Freitag preisen die Terminmärkte inzwischen mit rund 87 Prozent Wahrscheinlichkeit eine Zinserhöhung ein.
Mindestens ebenso wichtig wie der eigentliche Zinsschritt werden die neuen Projektionen der Fed und der sogenannte Dot Plot. Sie zeigen, welches Zinsniveau die Mitglieder des Offenmarktausschusses für die kommenden Jahre erwarten.
Am Donnerstag folgt die Bank of England.
Und am Freitag richtet sich der Blick nach Japan.
Eine Reuters-Umfrage erwartet, dass die Bank of Japan ihren Leitzins von 1,00 auf 1,25 Prozent erhöht. Damit würden innerhalb von nur acht Tagen möglicherweise drei der wichtigsten Notenbanken der Welt ihre Geldpolitik straffen. Dies verdient besondere Aufmerksamkeit.
Die Rendite zehnjähriger japanischer Staatsanleihen hatte bereits Anfang September erstmals seit 1996 die Marke von drei Prozent erreicht. Steigende japanische Zinsen können weltweit Kapitalströme verändern, weil japanische Anleger enorme Vermögen im Ausland investiert haben.
Zusätzlich veröffentlicht die Federal Reserve am Freitag neue Daten zur amerikanischen Industrieproduktion.
Und dann bleibt der Faktor, den keine Zentralbank kontrollieren kann.
Der Nahe Osten.
Die Hoffnung auf diplomatische Gespräche über eine Wiederöffnung beziehungsweise Normalisierung des Verkehrs durch die Straße von Hormus ließ den Ölpreis am Freitag deutlich von seinen Wochenhochs zurückkommen.
Sollte daraus tatsächlich eine Entspannung entstehen, könnte sie gleich mehrere Märkte gleichzeitig entlasten:
Öl. Inflation. Anleihen. Und damit Aktien.
Scheitert sie, dürfte sich die Kausalkette dieser Woche fortsetzen. Denn momentan beginnt die wichtigste Börsenmeldung häufig nicht in Frankfurt oder New York. Sondern auf einer Wasserstraße zwischen Iran und Oman.
Stefanie S. Klief